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Krefeld: Premiere: Erstes Heimspiel für Andrea Berg

Krefeld : Premiere: Erstes Heimspiel für Andrea Berg

Die Schlagersängerin startet am Freitagabend im Krefelder König-Palast ihre Deutschland-Tournee - es ist das erste Mal, dass sie hier singt. Einen Tag vor ihrem Auftritt besucht die ehemalige Schlittschuhläuferin ihren Trainer und die Krefeld Pinguine.

Krefeld. Den ehemals weißen Schlittschuhen sind die vielen Einsätze anzusehen. Auf den grünen Kufen-Schonern steht handschriftlich geschrieben: „Zellen EVK“. Zellen heißt die Besitzerin nicht mehr. Sie ist besser bekannt als Andrea Berg. Die Schlagerqueen hat das Schuhwerk aus früheren Zeiten am Donnerstag noch einmal angezogen. Nach jahrzehntelanger Pause dreht die Sängerin wieder ihre Kurven auf dem Eis der Rheinlandhalle. „Echt geil“, lautet ihr Kommentar.

Sie hat nichts verlernt — rückwärts, übersetzen — kein Problem. Sie strahlt, die rote Mähne fliegt. Schnell spielt sie im neuen Trikot ein paar Pucks mit Daniel Pietta von den Krefeld Pinguinen und erhält eine Dauerkarte zu den Spielen auf Lebenszeit. Als junges Mädchen hat sie den Übungsleiterschein abgelegt und dort den kleinen Kindern — den Engelchen im Eismärchen des Eissport-Vereins Krefeld (EVK) — den sicheren Stand auf der glitzernden Fläche beigebracht.

Ihre früheren Trainer, Istvan Szenes und Jupp Kompalla, sind ebenfalls gekommen. Die Wiedersehensfreude ist riesig. Die Sängerin ist und bleibt eben „unsere Andrea aus Krefeld“. Selbst wenn sie längst eine gefeierte Künstlerin ist. Kein Wunder, dass ihr heutiges Konzert „Seelenbeben“ im König-Palast (eine Premiere, tritt Berg doch zum ersten Mal in Krefeld auf) in wenigen Stunden ausverkauft gewesen ist.

Es ist der Start für ihre Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Kleiner Wermutstropfen am Donnerstag: „Ich würde gerne noch einmal einen kleinen Sprung versuchen, es kribbelt in den Füßen. Aber im Hinblick auf mein Konzert lasse ich es besser.“ Sie findet, dass in ihren Shows auch heute immer noch ein bisschen Eismärchen mit einfließt. Wenn sie früher nicht auf dem Eis war, tanzte Andrea Zellen als Funkenmariechen auf der Bühne der Prinzengarde. Dort sang sie auch ihre ersten Lieder. Die Bühne ist für sie gemacht, die Karriere nicht aufzuhalten. 1992 wurde dem Produzenten Eugen Römer in Rösrath eine Musikkassette mit ihren Aufnahmen vorgelegt. Er war begeistert, der Grundstein gelegt.

Obwohl Andrea Berg jetzt im baden-württembergischen Kleinaspach wohnt, hat sie Krefeld nie vergessen. Hier leben nach wie vor viele Freunde. „Es ist meine alte Heimat“, sagt die Sängerin. Gemeinsam mit ihrer Freundin Karin Meincke vom Stups-Kinderzentrum engagiert sie sich in vielen sozialen Projekten. Der karitative Gedanke verband die beiden Frauen direkt. „Wir haben zuerst Hilfstransporte für Polen organisiert, für den Verein krebskranker Kinder gesammelt und für schwerstkranke und sterbende Menschen, die in ihrer häuslichen Umgebung leben“, erzählt Meincke. „Andrea hat sich nie lange bitten lassen, mitzumachen. Sie war immer bereit zu helfen und zu kommen.“ Neben der glamourösen ist dies die leise, ruhige und sozial engagierte Seite der sonst im Scheinwerferlicht stehenden Andrea Berg.

Als bekennende Krefelderin nutzt sie ihre große Popularität, um den Hospiz-Gedanken in die Öffentlichkeit zu tragen.

Dafür verlieh Oberbürgermeister Gregor Kathstede ihr 2009 das Stadtsiegel. Kathstede damals: „Die Samt- und Seidenstadt ist stolz auf Sie. Sie erhalten das Stadtsiegel für ihr soziales Engagement und ihr künstlerisches Wirken.“ Der Chor der Dionysiuskirche singt ihr zu Ehren Abbas „Dancing Queen“. Die gute Schlittschuhläuferin Andrea Berg hat auch noch ein Krefelder Schmankerl parat.

„Als ich beim Eislaufen als Kind einmal eine Choreographie nicht gleich verstand, hat die Trainerin gesagt: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so unmusikalisch ist. . .“