Online-Handel mit Rabattschlacht Black Friday: DHL bewältigt Paketflut

Krefeld · Mit den Rabatten der Online-Händler steigt die Anzahl der Sendungen, die täglich ausgeliefert werden. Gleichzeitig sind immer mehr Lieferfahrzeuge unterwegs. Die Anbieter setzen auf Nachhaltigkeit und entwickeln eigene Fahrzeuge. So wie Amazon, das in Krefeld mit neuen Vans unterwegs ist.

 Viel zu tun für die Mitarbeiter im DHL-Verteilzentrum: Bis zu 34 000 Pakete pro Tag werden derzeit in Krefeld ausgeliefert.

Viel zu tun für die Mitarbeiter im DHL-Verteilzentrum: Bis zu 34 000 Pakete pro Tag werden derzeit in Krefeld ausgeliefert.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Rolf Vennenbernd

Der Kastenwagen mit den runden LED-Scheinwerfern an der Front und dem roten Lichtbogen am Heck fällt dieser Tage immer häufiger ins Auge. Ein Lieferfahrzeug, das durch seine Werbung eindeutig Amazon zuzuordnen und noch relativ neu auf Krefelds Straßen ist. Deutschlandweit sind bislang nur 300 Vans des amerikanischen Start-ups Rivian, in das Amazon selbst 700 Millionen Dollar investiert hat, unterwegs – in den Großräumen um München, Berlin und Düsseldorf kommen sie zum Einsatz. Angesichts der Rabattschlacht rund um Black Friday und Cyber Monday ist davon auszugehen, dass die Vans mit dem Namen Rivian EDV-500 in den nächsten Tagen noch häufiger in Krefeld zu sehen sein werden. Gleiches gilt für die Lieferfahrzeuge der anderen Transportdienstleister wie zum Beispiel DHL. Denn mit den Aktionstagen im Internet steigt auch die Menge der Pakete rapide an.

Mit bundesweit bis zu elf Millionen Paketen pro Tag rechnet die DHL-Gruppe kurz nach der sogenannten Cyber-Week Ende November. Gleiches gilt für Dezember, wenn das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren läuft.

Von 80 000 Paketen pro Woche
auf 34 000 an Spitzentagen

„In Krefeld erwarten wir an diesen Spitzentagen eine Sendungsmenge von 34 000 Paketen pro Tag“, berichtet DHL-Pressesprecherin Britta Töllner. Damit sei die Sendungsmenge ungefähr so hoch wie im Vorjahr. Zum Vergleich: Üblicherweise liefern in Krefeld 167 DHL-Paketzusteller sowie 220 Brief- und Verbundzusteller durchschnittlich rund 80 000 Pakete und Warensendungen aus – pro Woche. „Für den Starkverkehr haben wir in der Auslieferung in Krefeld 24 neue Kräfte eingestellt.“ Weitere Veränderungen: Kleinformatige Paketsendungen werden in den Briefstrom überführt und durch die Briefzusteller ausgeliefert. Nachhaltigkeit spielt auch hier eine große Rolle. In der Briefzustellung sind in Krefeld 120 Fahrräder, E-Bikes und E-Trikes im Einsatz, weitere 20 Kräfte stellen zu Fuß zu. In der Verbundzustellung, hierbei werden Pakete und Briefe von derselben Person ausgeliefert, kommen derzeit elf Elektro-Fahrzeuge zum Einsatz. Bundesweit stelle DHL in mehr als 50 Prozent der Bezirke CO2-neutral zu, sagt Britta Töllner. Ziel sei es, die Quote zu erhöhen. „2024 planen wir mit bundesweit weiteren 1300 neuen elektrischen Paketzustellfahrzeugen, die wir an verschiedene Standorte verteilen“, so die DHL-Sprecherin. Wie viele dieser Fahrzeuge in Krefeld verteilt werden, werde in den nächsten Wochen erarbeitet.

Amazon, das nicht nur selbst ausliefert, sondern auch über die gängigen Dienstleister wie DHL, DPD und UPS, teilt mit, dass bundesweit mehr als 1000 Elektrolieferfahrzeuge für das Unternehmen im Einsatz sind. „Mit nachhaltigeren Transportmitteln wie Elektrolieferfahrzeugen oder Lastenrädern wurden so 2022 mehr als 45 Millionen Pakete in Deutschland für Amazon zugestellt“, teilt ein Unternehmenssprecher mit. In den kommenden Jahren wolle man mehr als eine Milliarde Euro in die weitere Elektrifizierung und Dekarbonisierung des eigenen Transportnetzes in Europa investieren, um nachhaltiger an Kunden auszuliefern. Allein 400 Millionen Euro würden dafür in Deutschland investiert. Ziel sei es, dass Amazon bis 2040 CO2-neutral wird.

Wie viele der E-Fahrzeuge tatsächlich in Krefeld unterwegs sind, benennt Amazon übrigens nicht. Ohnehin fahren die Boten Krefeld nur aus anderen Städten wie etwa Düsseldorf an, da Amazon in Krefeld selbst kein Verteilzentrum betreibt. Im Rheinhafen in Linn gibt es seit 2017 lediglich ein Sortierzentrum. In Spitzenzeiten werden dort von den rund 400 Mitarbeitern bis zu 300 000 Pakete pro Tag sortiert und für den Weitertransport zu den Verteilzentren in ganz Deutschland vorbereitet.

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