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Polizeieskorte für St. Martin

Polizeieskorte für St. Martin

Die AKB fürchtet um die Sicherheit der Züge. Die Beamten ziehen sich bei der Begleitung aber nicht zurück.

Krefeld. Der Bezirksbeamte gehört zum Martinszug beinahe so wie St. Martin selbst. Schluss, Aus, alles vorbei? „Mitnichten“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Weidner und beruhigt gut einen Monat vor der traditionellen Mantelteilung alle Macher und Teilnehmer Krefelder Martinszüge. Demnach handelt es sich bei der Nachricht, die Polizei begleite künftig keine oder so gut wie keine Martinszüge mehr, um eine Falschmeldung. Die Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB) hatte aufgrund eines entsprechenden Zeitungsberichts bereits NRW-Innenminister Ralf Jäger angeschrieben.

Laut Weidner bleibt allerdings alles beim Alten. Und das sieht so aus: Wenn die Organisatoren eines Zuges bei der Stadt einen Antrag zur Durchführung stellen, dann legt diese auch fest, ob Polizei erforderlich ist. „Und wenn die Stadt dies feststellt, dann sind wir auch da“, sagt Weidner. Seine Behörde werde auch um Stellungnahmen gebeten. „Dann kann es durchaus sein, dass wir in diesem Zusammenhang auf Veranstalter zugehen und einen alternativen Weg vorschlagen, weil dieser sicherer ist. Das machen wir aber nicht, um weniger Personal einsetzen zu können. Für uns steht die Sicherheit an erster Stelle“, betont der Polizeisprecher. Unter den 95 Martinszügen gibt es nur etwas mehr als zwei Hand voll, die nicht von den Ordnungshütern begleitet werden. „Je nach Größe des Zuges und Zugweg sind es zwischen einem und fünf Kollegen, die vor Ort sind“, sagt Weidner.

AKB-Vorsitzender Hans Jürgen Herzog hat Minister Jäger in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass aus seiner Sicht die Polizei für die Verkehrssicherheit der Martinszüge verantwortlich bleiben müsse. Einen Rückzug sieht er als „Angriff auf das Brauchtum“. Die Krefelder SPD-Landtagsabgeordneten, die Jäger auf die Situation ansprachen, geben aber ebenso wie Weidner Entwarnung: „Ralf Jäger hat deutlich gemacht, dass eine solche Entscheidung nie zur Diskussion stand“, teilte der Parlamentarier Ulrich Hahnen mit.