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Stadtgeschichte: Pläne: De-Greiff-Säule als Sonnenuhr

Stadtgeschichte : Pläne: De-Greiff-Säule als Sonnenuhr

Politiker fordern, dass ein Teil des Denkmals wieder aufgestellt wird.

Krefeld. Georg Opdenberg hat einen Plan. Er möchte, dass die De-Greiff-Säule, Teil des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Denkmals, auf dem Corneliusplatz aufgestellt wird. Diese Idee verfolgt der Krefelder bereits seit vier Jahren. Nun haben Bündnis 90/ Die Grünen gemeinsam mit den Linken einen entsprechenden Antrag für den Kulturausschuss am 4. Juli gestellt.

Statt der Laterne könnte am Corneliusplatz künftig die De-Greiff-Säule stehen. Bild 2 zeigt die Säule vor der Zerstörung des Denkmals. Foto: abi/Stadtarchiv

„Die seit Jahren auf einem Uerdinger Betriebshof zwischengelagerte Cornelius-de-Greiff-Säule wird in ihrem jetzigen Zustand so bald wie möglich auf dem Corneliusplatz errichtet. Dabei soll die Idee des Landvermessers, Georg Opdenberg, aufgegriffen werden, die Säule am südlichen Rand des Platzes so zu positionieren, dass sie zugleich als Sonnenuhr fungieren kann“, erklären beide Fraktionen in ihrem Antrag.

Die Säule vor der Zerstörung des Denkmals. Foto: abi/Stadtarchiv

Opdenberg hat die Granit-Säule in einem Stück auf dem Hof besichtigt

Damit würde die De-Greiff-Säule auf dem Platz ihres Namensgebers stehen. Der Krefelder Seidenwarenfabrikant Cornelius de Greiff (8. Juni 1781 bis 16. April 1863) ließ 1838 das Haus Greiffenhorst errichten und den Greiffenhorstpark anlegen. In seinem Testament vermachte er der Stadt 458 000 Taler — vor allem zugunsten Bedürftiger. Zum Dank errichtete die Stadt im Jahr 1865 die De-Greiff-Säule auf dem Ostwall, die 1943 zerstört wurde — zumindest teilweise.

„Die Säule war Teil eines Denkmals, im Krieg wurde es getroffen und die Säule ist umgekippt“, erklärt Opdenberg, der die Säule aus Granit bereits begutachtet hat. „Sie ist noch in einem Stück vorhanden.“

„Die (. . .) Cornelius-deGreiff-Säule sollte endlich einen endgültigen und würdigen Standort erhalten. Die antragstellenden Fraktion stimmen darin überein, dass eine Restaurierung der stark beschädigten Säule zur Vermeidung von Geschichtsklitterung nicht erfolgen sollte und der Corneliusplatz als dauerhafter zukünftiger Standort geradezu prädestiniert ist“, argumentieren Linke und Grüne.

Opdenbergers Idee könnte von einer Sonnenuhr bis zu einem Kalender reichen. „Auf diese Weise bekäme die heimatlose Säule wieder einen angemessenen Platz und eine Funktion, die über das bloße Erinnern hinausreicht.“

Auf der 5,80 Meter hohen Säule müsste dafür eine Stange mit einer Kugel darauf befestigt werden, damit die Zeit deutlich ablesbar ist. „Was das kosten würde, kann ich nicht beurteilen, aber die Kreuzung der Tannen- und Lewerentzstraße ist unbeabsichtigt, exakt nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Der Corneliusplatz ist genau nach Süden geöffnet wie ein Sonnenspiegel, einmalig in Krefeld“, erklärt der Landvermesser.