Pinguine spielen um Vertrauen

Pinguine spielen um Vertrauen

Die geschassten Ärzte kehren zum DEL-Team zurück. Wilfrid Fabel und Helmut Borgmann mühen sich um Schadensbegrenzung.

Krefeld. Die Pinguine legen eine klassische Rolle rückwärts hin. Drei Tage nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Schulz sowie der Entlassung des Sportlichen Leiters Jiri Ehrenberger versuchen das einzig verbliebene Pinguine-Aufsichtsratsmitglied Helmut Borgmann sowie der Sprecher der Gesellschafter, Wilfrid Fabel, die Wogen zu glätten.

Was liegt näher, als erst einmal "jene Baustelle zu beseitigen", so Fabel, die den Eishockeyklub in ein Führungschaos gestürzt, die Fans auf die Barrikaden gebracht und zu einem enormen Imageschaden geführt hat.

"Ich habe mit Dr.Martin Waszinski telefoniert. Er ist bereit, die Mannschaft wieder zu betreuen", sagte Fabel. Gleiches gilt für Dr. Dirk Niezold, den zweiten von Ehrenberger und Schulz geschassten Arzt. Die beiden sollen nun gemeinsam mit dem langjährigen Teamarzt, Dr. Rudolf Neubert, die medizinische Betreuung der Spieler sicherstellen.

Fabel und Borgmann bemühen sich damit um Schadensbegrenzung. "Wir hatten den Eindruck, dass das Krefelder Eishockey den Bach runter geht, wenn wir nichts tun", erklärte Fabel. Mit dem Rücktritt von Schulz, der gemeinsam mit Ehrenberger die Entlassung der beiden Mannschaftsärzte in die Wege geleitet hatte und diesen Beschluss als einstimmigen Entscheid des Aufsichtsrats verkauft hatte, war die Tür offen.

Denn wie sehr der Ärztestreit das Ansehen des Klubs beschädigt hat, bekamen die Gesellschafter zum einen schwarz auf weiß. Großsponsor SWK hatte in einem nachdrücklichen Brief seine Besorgnis über den dramatischen Ansehensverlust des KEV deutlich gemacht, soll sogar mit der Einstellung von Zahlungen gedroht haben. Zum anderen gingen die Fans auf Distanz, der wirtschaftliche Druck aufgrund sinkender Zuschauerzahlen wird dazu führen, dass die Krefeld Pinguine das Geschäftsjahr mit einem deutlichen Minus abschließen werden.

Für Borgmann und Fabel hat jetzt der Kampf um die zahlende Kundschaft begonnen. Und da werden sowohl Trainer als auch Mannschaft in die Pflicht genommen. "Wenn Team und Trainer nicht in der Lage sind, die Zuschauer zurückzugewinnen, sind sie eine Fehlbesetzung", sagte Fabel und kündigte Gespräche mit Martin Jrianek und den Spielern an.

Dabei machten Borgmann und Fabel deutlich, dass es nicht nur für den Klub um die Existenz geht. "Wie ich gehört habe, laufen zwölf Verträge aus. Es gibt keine Ausreden mehr. Jetzt wird um neue Verträge und um neue Sponsoren gespielt", sagte Fabel. Spätestens Weihnachten werde man da klarer sehen.

Unklar ist derweil noch, welche Rolle Wolfgang Schulz künftig spielen wird. "Ich hoffe, er ist nur als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten und nicht als Aufsichtsratsmitglied", so Fabel.

Gleichwohl verkauft Fabel die Personalentscheidungen vom Freitag als ersten richtigen Schritt. Gleiches gelte für das Auftreten der Mannschaft am Sonntag in Hamburg.

Denn mit dem sportlichen Erfolg können die Fans am schnellsten zurückgewonnen werden.