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Pinguin reitet Eisbären? Beim Kulturrucksack möglich

Pinguin reitet Eisbären? Beim Kulturrucksack möglich

Street-Art: Neun kleine Künstler haben mit Frederike Wouters beim Kulturrucksack 3D-Kunstwerke gestaltet.

Hüls. „Ja, was ist denn das?“ — Viele Spaziergänger an der Cäcilienstraße konnten dieser Tage ihren Augen nicht trauen: Mitten in Hüls reitet ein Pinguin auf einem Eisbären. Das ungewöhnliche Duo springt gerade — so scheint es zumindest — aus einem Bauwagen in Richtung Straße. So scheint es jedenfalls. Der Bär und der Vogel sind natürlich keine ausgebüchsten Tiere, sondern eindrucksvolle 3D-Zeichnungen.

Kinder und Jugendliche haben mit der internationalen Street-Art-Künstlerin Frederike Wouters den von der Aktion Mobifant gespendeten Bauwagen zu einem 3D-Kunstwerk gestaltet. „Wir haben auch ein Motorrad gemalt, das in den Wagen fährt“, erzählte die zwölfjährige Tabatha aus Hüls. Mit neun kleinen Künstler-Kollegen hat sie an dem kostenfreien Kulturrucksack-Projekt des Krefelder Kulturbüros teilgenommen. „Die Kinder waren sehr motiviert und kreativ. Sie haben begeistert an dem Projekt gearbeitet“, sagte Wouters. Die Künstlerin aus Kevelaer ist mit ihrer Street-Art weltweit unterwegs, zuletzt in Dubai. In Krefeld wirkte sie unter anderem an der Rhine Side Gallery (2017) mit.

Der Street-Art-Workshop in Hüls ist der erste, den sie in dieser Form für Kinder und Jugendliche angeboten hat. „Wir haben damit begonnen, Ideen zu sammeln“, sagte Wouters. Und die sprudelten reichlich. Damit die Vorstellungen den gewünschten 3D-Effekt erhalten, musste Wouters die Vorlagen der Teilnehmer verzerren — anamorphe Technik nennt sich dieses Verfahren. Anschließend wurde auf die Vorlagen ein Raster aufgetragen, die die Kinder und Jugendlichen auf den Bauwagen zeichneten. Auf diese Weise übertrugen sie die Bilder von klein mit Acrylfarbe auf ganz groß.

Betrachter müssen sich allerdings an einen bestimmten Punkt stellen, um den 3D-Effekt sehen zu können. Die Umgestaltung des Bauwagens ist das erste Kulturrucksack-Projekt im Jugendzentrum am Wasserturm. Es bildet gleichzeitig den Auftakt eines neuen Vorhabens vom Hülser Jugendzentrum: Gegenüber der Einrichtung soll eine Wiese nach den Vorstellungen von Jugendlichen künftig genutzt und gestaltet werden. Seit einiger Zeit besteht ein „Tandem-Team“ aus Jugendlichen, das jeden Dienstag ab 18 Uhr in einer für Jugendliche und junge Erwachsene offenen Runde im Jugendzentrum Ideen und Pläne zusammenträgt. „Wir finden es toll, dass wir uns hier einbringen können“, betonte Teammitglied Jacqueline. „Wir arbeiten gerade eine Wiesenordnung aus“, sagte Jochen Scheller, Leiter des Jugendzentrums. Der Bauwagen soll bei dem Projekt einerseits als Materiallager dienen, andererseits eine Tauschbox beinhalten. Weitere Idee wollen die Jugendlichen bei einem Info-Abend am Dienstag, 17. April, ab 18 Uhr im Jugendzentrum am Wasserturm präsentieren.