Pferd und vier Ponys in Krefeld tot: Gutachter findet Gift

Strafanzeige : Mutmaßlich vergiftete Pferde in Krefeld: Besitzer haben Verdacht

„Wir sind tief erschüttert“, sagen die Eheleute, die im Pferdesportzentrum unter anderem Reitausbildung, Pensionsstall und Zucht betreiben, aber auch die Betreuung von Rettungstieren übernimmt. Die Besitzer des Pferdesportzentrums in Krefeld-Fischeln haben eine Belohnung ausgesetzt.

Schwere Verluste in nur wenigen Tagen haben die Besitzer des Pferdesportzentrums an der Willicher Straße in Fischeln, Karl Heinz und Brigitte Dreßen, verkraften müssen. Fünf ihrer Tiere sind seit Ende Februar gestorben – zunächst ohne ersichtlichen Grund, aber mit einem nun erwiesenen Fall und einem Verdacht von Vergiftung. Das erste Pony hatte Ende Februar tot auf der Koppel gelegen. Nach diesem traurigen Fund vom 27. Februar folgten weitere: Am 2., 5. und 10. März starben weitere drei Ponys, am 16. März dann im Pferd Stall.

„Wir sind tief erschüttert“, sagen die Eheleute, die im  Pferdesportzentrum unter anderem Reitausbildung, Pensionsstall und Zucht betreiben, aber auch die Betreuung von Rettungstieren übernimmt. Auch unter den Ponys waren solche Rettungstiere, die zum Beispiel aus schlechter Haltung heraus geholt oder von ihren bisherigen Inhabern abgegeben wurden. „Das sind alles unsere Kinder“, sagt Brigitte Dreßen über ihre Tiere. Das Dressurpferd sei „ein relativ teures mit sportlichem Potenzial“ gewesen. „Wir haben einen wirtschaftlichen Verlust“, ergänzt ihr Mann, „aber der emotionale ist sehr viel schlimmer.“

In Blutproben wurde
eine giftige Substanz gefunden

Auch für die Ferienkinder, denen erklärt werden musste, was mit den Ponys passiert war, sei es „sehr sehr traumatisch gewesen“. Die Eheleute haben eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro für Hinweise auf den oder die Täter ausgelobt. Die beiden gehen davon aus, dass jemand alle fünf Tiere vergiftet hat.  Schon im Fall des ersten toten Ponys sei ihnen das seltsam vorgekommen. „Es war ein junges Tier“, sagt Karl Heinz Dreßen. In allen fünf Fällen hätten die Vierbeiner dann die gleichen Symptome gezeigt.

Die Inhaber gaben privat pathologische und toxikologische Untersuchungen in Auftrag. Bei einer der Proben sei das Ergebnis eindeutig gewesen. Bei einem der Ponys gab es ein Teilergebnis. Um welche Art von Gift es sich gehandelt hat, sagen die beiden nicht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. „Es gibt einen Verdacht, wer das war. Aber dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen.“

Am Dienstag hatte das Paar Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Die Behörden ermitteln nun, wie in solchen Fällen vorgesehen, wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, wie Polizeisprecherin Katrin Wentker auf Nachfrage sagte. „Die Ermittlungen dauern an.“ Brigitte Dreßen lobt die Polilzei, die sie „mit allen Möglichkeiten unterstützen“.

Der aktuelle Fall lässt Erinnerungen an die Tierquälerei einer damals 17-jährigen Krefelderin, die vor einigen Jahren ein Pony beziehungsweise einen Schafbock getötet hatte. Allerdings hatte sich das Tatbild damals anders dargestellt. Die Teenagerin hatte Trophäen der von ihr getöteten Tiere mit nach Hause genommen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung