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Verwaltung: Personalrat hofft auf besseres Klima im Rathaus

Verwaltung : Personalrat hofft auf besseres Klima im Rathaus

Die WZ sprach mit dem Vorsitzenden Ralf Winters über Erwartungen an den neuen Oberbürgermeister Frank Meyer.

Krefeld. Der Flüchtlingskoordinator wird kommen. Und die Ausländerbehörde wird wohl umstrukturiert, möglicherweise in Teilen zur Chefsache erklärt. Davon geht Ralf Winters aus, Vorsitzender des Gesamtpersonalrates bei der Stadtverwaltung, wenn der neue Oberbürgermeister, Frank Meyer (SPD), am 21. Oktober seinen Dienst antritt.

Gespräche habe es mit ihm noch nicht gegeben, allerdings hatten die Gewerkschaften die OB-Kandidaten im Wahlkampf bereits befragt, so dass sie Meyer schon ein wenig einschätzen können. „Da werden wir auf jeden Fall nachhaken“, verspricht Winters.

Drei große Themenbereiche muss der neue Oberbürgermeister aus Sicht des Personalrats anpacken: die hohe Arbeitsbelastung, den Nachwuchsmangel in der Verwaltung und die im Haushalt festgeschriebenen strukturellen Veränderungen.

Winters befürchtet, dass die Krankheitsquote im Rathaus weiter steigt, vor allem auch bei den psychischen Leiden. „Wir bekommen immer mehr Belastungsanzeigen auf den Tisch.“ Im Haushaltssicherungskonzept sei festgelegt, dass Nachbesetzungen nicht vorgenommen werden dürfen. Das verschärfe die Situation. „Der neue OB muss also mit uns über die Aufgaben gucken und festlegen, was wir künftig nicht mehr machen können“, sagt Winters

Der Personalratsvorsitzende sieht auch in der Verwaltung ein Nachwuchs-Problem angesichts des demografischen Wandels. „1800 Mitarbeiter werden in den nächsten zehn Jahren altersbedingt ausscheiden. Wir müssen sehen, wie wir deren Wissen erhalten, aber wir müssen auch sehen, wie wir diese Stellen besetzen. Mit der Auswahl der Auszubildenden sind wir in den letzten Jahren qualitativ nicht mehr so zufrieden wie früher.“

Deshalb müsse man überlegen, wie man Anreize für einen Job in der Verwaltung schafft — zum Beispiel über flexible Arbeitszeiten, Gesundheitsvorsorge oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sagt Winters. Auch dabei sei der neue OB gefordert.

Schließlich will der Personalrat wissen, was die mit dem Haushalt beschlossenen strukturellen Veränderungen in der Verwaltung bedeuten. Die Vertretung der Verwaltungsmitarbeiter erwartet eine frühzeitige Beteiligung an der Diskussion über organisatorische und personelle Veränderungen. „Ich hoffe, dass in dieser Hinsicht eine andere Kultur einzieht und wir nicht erst vors Verwaltungsgericht ziehen müssen, um diesen Anspruch durchzusetzen“, sagt Winters.

Generell hat er festgestellt, dass sich das Klima in den vergangenen Jahren verschlechtert hat. „Die Mitarbeiter fühlen sich nicht wertgeschätzt.“ Dies sei aber nicht alleine dem noch amtierenden OB Kathstede anzulasten. Das hänge auch mit dem Arbeitsdruck und dem geringen Ansehen der Verwaltung in der Stadt zusammen. Auch hier habe der neue Oberbürgermeister ein Aufgabenfeld.