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Personalmangel: Ausbau der Philadelphiastraße in Krefeld verschoben

Personalmangel ist der Grund : Ausbau der Philadelphiastraße wird verschoben

Laut Kommunalbetrieb sind vakante Stellen von Ingenieuren der Grund für die zeitliche Verzögerung von einem Jahr in Cracau.

. Krefelds Skeptiker hatten es schon vorausgesagt: Die für dieses Jahr angekündigte Sanierung und Umgestaltung der Philadelphiastraße verzögert sich weiter. 2017 hatte die Stadtverwaltung den Zuwendungsantrag zur Förderung der 5,3 Millionen teuren Baumaßnahme bei der Bezirksregierung eingereicht und somit erheblich früher als ursprünglich geplant. Der Zuschuss von 2,77 Millionen Euro ist bereitgestellt, der städtische Anteil im Haushalt eingestellt. Doch zur Umsetzung fehlt dem zuständigen Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) schlichtweg das Personal.

Auch andere Kommunen suchen händeringend Ingenieure

Das erfuhren die Liberalen nach einer Anfrage für den Bauausschuss. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann wollte wissen, wann mit dem Beginn der Sanierung der Philadelphiastraße begonnen wird. Voraussichtlich erst im Sommer dieses Jahres werde mit der Ausführungsplanung der Maßnahme begonnen, mit der Fertigstellung der Straße sei erst 2021 zu rechnen, lautet die Antwort.

Grund ist laut KBK die dortige aktuelle Personalsituation. Stellen seien zwar eingerichtet, sind allerdings nicht alle besetzt. Diese Situation bestehe schon seit längerer Zeit und hänge mit dem Arbeitsmarkt im Straßen-Ingenieur-Bereich zusammen.

Auch andere Kommunen haben das Problem, neues Personal zu gewinnen, weil die freie Wirtschaft schneller auf Bewerbungen reagiere und auch häufig besser bezahle. In einem Pressegespräch vor ein paar Wochen hatte Grünen-OB-Kandidat Thorsten Hansen den Fall geschildert, dass teils Wochen vergingen, bevor Bewerber bei der Stadt eine Antwort oder gar eine Zusage erhielten.

Der Kommunalbetrieb sei aber ebenso wenig in der Lage, entsprechend externe Ingenieurbüros zu beauftragen, „da diese – ebenfalls bedingt durch fehlendes Personal – nicht im KBK betreut werden könnten. Ein aktueller Bericht im Stadtumbaubeirat West ist Grund für die Anfrage gewesen. Obwohl entsprechende Mittel im städtischen Haushalt für 2020 eingestellt sind, ist die Sanierung für 2021 derzeit vorgesehen. Die Pläne für die Umgestaltung der Philadelphiastraße sind über 20 Jahre alt. Dann rutschte die Stadt in den Nothaushalt. Durch das Förderprogramm Stadtumbau West eröffnete sich eine neue Perspektive.

Philadelphiastraße soll auf 650 Metern grunderneuert werden

Der vorherigen Planungs- und Baudezernent Martin Linne hatte angekündigt, dass sobald der Umbau der Haltestelle Ostwall/Rheinstraße abgeschlossen sei, mit der parallel laufenden wichtigen Verkehrsachse begonnen werden würde. Sehr zur Freude des damals noch existierenden Bürgervereins Schinkenplatz, des Bürgervereins Dießem und Bürgervereins Kronprinzenviertels.

Die Gestaltungspläne fanden viel Beachtung. Auf einer Gesamtlänge von 650 Metern, zwischen Schwert und Uerdinger Straße, soll die Philadelphiastraße grunderneuert werden. Die Planung sieht eine Fahrbahn mit lärmoptimiertem Asphalt vor, daneben sollen beidseitig Radwege, Park- und Grünstreifen sowie Gehwege entstehen. Vorgesehen sind 58 ständig nutzbare Parkplätze. Stichwort „Grün“: Insgesamt werden auf dem Abschnitt 28 Bäume neu gepflanzt. Doch dieses Vorhaben muss jetzt erst einmal warten.