Paten für das „Stützrad“ gesucht

Paten für das „Stützrad“ gesucht

Kinderschutzbund will Kindern psychisch kranker Eltern helfen.

Krefeld. Einmal in der Woche fröhlich sein, unbeschwert sein wie ein Kind. Einfach mal lachen oder Fragen stellen können, ohne vorher nachdenken zu müssen, ob das eine Krise bei Mama oder Papa auslöst. Wenn Eltern psychisch krank sind, leiden vor allem deren Kinder. Sie beziehen die Krankheit häufig auf sich selbst und opfern den Eltern zuliebe ihre Kindheit, indem sie deren Rolle übernehmen. Mit seinem neuen Projekt „Stützrad“ möchte der Kinderschutzbund diesen Mädchen und Jungen mit Hilfe von Paten unbeschwerte Stunden schenken.

„Dank einer großzügigen 10 000-Euro-Spende können wir das schon lange angedachte Projekt starten“, erklären Vereinsvorsitzende Birgit August und Geschäftsführer Dietmar Siegert. „Vor einigen Jahren waren fünf Studenten aus Nijmegen bei uns und haben ein praktisches Abschlussprojekt zu diesem Thema durchgeführt. Wir haben es mit Jessica Richard jetzt weiterentwickelt.“

Die Verantwortlichen des Kinderschutzbundes möchten den Kindern engagierte, psychisch gesunde, ehrenamtlich tätige Personen oder Patenfamilien an die Seite stellen. Sie sollen einmal wöchentlich mit ihrem Schützling verlässlich etwas unternehmen.

„Das können ganz alltägliche Dinge sein wie Kuchen backen, spazieren gehen oder ein Schwimmbadbesuch, die ein Stück Normalität vermitteln sollen“, erklärt Richard. „Der Pate oder die Patin soll keine Konkurrenz zur Mutter werden“

Einmal monatlich sollte eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten werden, damit die Kinder bei einem plötzlichen stationären Aufenthalt des Erziehungsberechtigten nicht in ein Heim müssen. Diese Phase werde vergütet, erklärt Siegert.

Die in Frage kommenden Kinder befinden sich im Alter zwischen fünf Jahren und der Pubertät. Die Paten werden sorgfältig ausgewählt und müssen die Bereitschaft mitbringen, sich längerfristig und verlässlich für diese ehrenamtliche Aufgabe zur Verfügung zu stellen.

Ein erstes Patenpaar wurde bereits gefunden. Das reicht jedoch nicht, denn allein aus der eigenen Sozialpädagogischen Familienhilfe ist den Kinderschutzbund-Mitarbeitern eine ganze Reihe von Kindern bekannt, die von „Stützrad“ profitieren werden. Kontakt: Telefon 96 19 20 oder E-Mail an

info@kinderschutzbund-krefeld.de

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