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Krefeld: Paten besuchen ihre „Kinder“

Krefeld : Paten besuchen ihre „Kinder“

300 Frauen, Männer und Kinder schauten sich am Samstag bei den Zoobewohnern um, denen sie besonderes Futter oder Technik für ihre Gehege sponsern.

Krefeld. Sie wissen es noch nicht, aber ihr Spitzenreiterplatz ist gefährdet. Noch sind die Humboldtpinguine ganz oben in der Gunst der Zoofans, aber die Erdmännchen holen rasant auf. Und das, obwohl sie noch gar nicht in Krefeld sind. „Mit 29 Paten liegen sie bereits auf dem vierten Platz. Es wird eng für die Pinguine“, sagt Friedrich R. Berlemann. Scherzend begrüßt der 1. Vorsitzende der Zoofreunde Krefeld am Samstagnachmittag rund 300 Tierpaten und ihre Begleiter.

Krefeld: Paten besuchen ihre „Kinder“

Zum 15. Mal sind sie exklusiv zum jährlichen Tierpatentag eingeladen, um aus erster Hand alles Wissenswerte über ihre Schützlinge zu erfahren. „Eine Patenschaft schafft Freude“, sagt Berlemann. „Sie ist zum Wohle der Tiere und tut auch dem Zoo etwas Gutes.“

Dass die Patengelder gut investiert sind, beweist die anschließende Führung. Investiert wird beispielsweise in besonders delikates Futter wie Honig für die Blumenfledermäuse, in beheizbare Tränken, die im Winter nicht mehr zufrieren oder in Filteranlagen, die die Wasserqualität im Regenwaldhaus verbessern. Auf zwölf Gruppen verteilt, besuchen die Paten mit den jeweiligen Reviertierpflegern „ihre“ Tiere und erfahren Neuigkeiten über Lieblingsfutter, Schlafgewohnheiten und Familienplanung.

92 Tierpaten stark ist der Fanclub der possierlichen Pinguine. Kein Wunder, dass es sich an ihrem neuen Pool zeitweise etwas knubbelt. Gleich nebenan zieht das knapp vier Wochen alte Seelöwen-Junge Alma alle Blicke auf sich. Für die Heringe interessiert sich Alma noch nicht, da bleibt mehr für Vater Edu übrig.

Raubkatzen sind ebenfalls ein Publikumsmagnet. Gisela Wimmer liebt Katzen jeglicher Größe. Vielleicht ist sie mit ihren 92 Jahren die älteste Tierpatin im Krefelder Zoo. „Ich mag alle Tiere“, sagt sie. Früher besaß sie selbst Burma-Katzen. Ihr Patentier heute? „Der Gepard“, sagt Gisela Wimmer stolz. Ein paar Meter weiter lässt sich der zehnjährige Henning von Zoodirektor Wolfgang Dreßen höchstpersönlich die Pläne für die neue Erdmännchen-Anlage erklären. Zum Jahreswechsel können die neuen Gäste wohl die Afrika-Lodge beziehen.

Den weitesten Weg haben Ursula Peter und Dirk Jacob in Kauf genommen. „Wir kommen aus der Schweiz“, erzählen die beiden gut gelaunt. An Jacobs Rucksack baumeln Raubkatzen als Plüschtiere — und tatsächlich ist sein Patentier ein Schneeleopard. Schon seit sechs Jahren.

Ursula Peter ist nach dem chinesischen Horoskop Sternzeichen Tiger — und war Patin eines Tigers in Hamburg. „Der ist leider gestorben“, erklärt sie. Nun spendet die Schweizerin jährlich 1000 Euro für einen Jaguar in Krefeld. „In der Schweiz wäre das unbezahlbar“, sagt sie. „Dort kostet eine Patenschaft 5000 Franken.“