Lage in Krefeld „Bei Sicherheit und Sauberkeit liefert Oberbürgermeister Meyer nicht“

Krefeld · Die CDU-Ratsfraktion greift Frank Meyer (SPD) an. Als „erschreckend“ beurteilt Walter Fasbender die Situation vor dem ehemaligen Hamburg-Mannheimer-Haus am Ostwall.

 Die CDU-Ratsfraktion wirft der Stadtspitze vor, nichts gegen die Drogen- und Trinkerszene am Ostwall zu unternehmen. 

Die CDU-Ratsfraktion wirft der Stadtspitze vor, nichts gegen die Drogen- und Trinkerszene am Ostwall zu unternehmen. 

Foto: Jochmann, Dirk (dj)

Die CDU-Ratsfraktion greift Frank Meyer (SPD) an. „Der Oberbürgermeister hat viel angekündigt, aber leider nur wenig gemacht. Und wegen der Coronakrise fehlt uns bald das Geld zum Handeln“, sagt Walter Fasbender, ordnungs- und sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion.

Als „erschreckend“ beurteilt Fasbender die Situation vor dem ehemaligen Hamburg-Mannheimer-Haus am Ostwall. Die Alkohol- und Drogenszene hat sich vom Theaterplatz dorthin verlagert. „Wir waren am Mittwoch eine Stunde vor Ort“, berichtet der CDU-Mann. „Die Abhängigen setzen sich die Spritzen an der Bushaltestelle. Drogen werden ganz offen gehandelt“, so Fasbender. Der Inhaber des Optikfachgeschäftes an der Ecke Ostwall/Rheinstraße habe sich beim Oberbürgermeister beschwert, aber nie eine Antwort bekommen. „Hier muss zwingend durchgegriffen werden“, fordert Fasbender.

Anwohner am Westwall
klagen über Vandalismus

Unmut löst in der CDU-Ratsfraktion aber auch die Entwicklung in anderen Bereichen der Stadt aus. Beispiel Westwall: Dort gebe es immer wieder Berichte von Anwohnern über Vandalismus und Vermüllung. In manchen Hauseingängen sei der Uringestank unerträglich. Beispiel Tiefgarage Rathaus: Nach wie vor gebe es auch dort im Treppenbereich Drogenkonsum. Die zugesagte Sperrung komme einfach nicht. „Der Oberbürgermeister lässt die Innenstadt verkommen“, sagt Fasbender.

Meyer kann diese Vorwürfe nicht nachvollziehen. „Es verwundert, dass gerade die Politiker, die den Zustand auf dem Theaterplatz jahrelang nur tatenlos verwaltet haben, jetzt laut Kritik üben. Wir waren doch die Ersten, die das Problem grundsätzlich angepackt haben – mit dem klaren Ansatz zu handeln und zu helfen und mit mehr als 20 zusätzlichen Stellen im Kommunalen Ordnungsdienst und in der aufsuchenden Sozialarbeit,“ teilt er auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Der Oberbürgermeister räumt allerdings ein, dass sich die Lage vor dem ehemaligen Hamburg-Mannheimer-Haus so zugespitzt habe, dass sie nicht akzeptabel sei. „Natürlich haben wir das Thema schon mit der Polizei besprochen und werden entschlossen gegen diese Zustände vorgehen“, so Meyer.

Beim Thema Tiefgarage Rathaus verweist er darauf, dass die Brandschutztüren bereits eingebaut seien. Der Bauantrag für die zugesagten Veränderungen werde am 25. Mai eingereicht. Baubeginn für die Einhausung sei der 3. August. Meyer verweist zudem darauf, dass das Reinigungs- und Gestaltungsprogramm „Stadt.Fein“ an vielen Stellen in der Innenstadt sichtbar sei. Während der Corona-Epidemie hätten aufwendige Reinigungen durchgeführt werden können, die unter normalen Umständen wegen des Lärms nicht möglich gewesen wären.

CDU-Fraktion will Angebote zur Beschäftigung machen

Mit Blick auf den Umgang mit der Alkohol- und Drogenszene regt Michael Heß vom Eigentümerverband Haus & Grund an, über andere Standorte mit weniger Anwohnern nachzudenken. „Der Theaterplatz ist jedenfalls besser geeignet als die Haltestelle am Ostwall“, so Heß. Eine Alternative könne auch der Südausgang des Hauptbahnhofes sein. „Grundsätzlich muss aber auch die Frage erlaubt sein, ob die Stadt der Szene überhaupt einen Platz anbieten muss“, sagt Heß.

Auch die CDU-Ratsfraktion möchte, dass beim Umgang mit der Szene nicht nur über Standorte gestritten wird. Ziel der Stadt müsse es sein, die Menschen in Beschäftigung zu bringen, ihnen Angebote zu machen, um weg von den Drogen zu kommen, sagt Fasbender. Einen Drogenkonsumraum hält die Fraktion (im Gegensatz zur SPD) deshalb auch für falsch. Fasbender verweist auf die Erfahrungen in Aachen. Dort sei ein solches Projekt wieder beendet worden. Die Fachleute von der Caritas seien ebenfalls gegen einen Drogenkonsumraum in Krefeld.