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Ostwall: Der Krefelder Bastelladen Do it! schließt nach 37 Jahren

Ostwall : Der Krefelder Bastelladen „Do it!“ schließt nach 37 Jahren

Die Inhaber wollen im Januar aufhören.

„Do it!“ schließt Ende Januar. Der kurze, auffordernde Name des Ladens stehen für 37 Jahre, in denen im gleichnamigen Fachgeschäft gefühlt mehrere Millionen Sachen für den Bastler- und Künstlerbedarf angeboten und gekauft wurden: Von der Acrylfarbe bis zum Ziegenhaarpinsel, von der Perle bis zu einem Riesensortiment an Büchern. „Da es sich um einen Bastelladen handelt, gibt es natürlich auch Bast“, sagt Inhaber Helmut Bühring schmunzelnd. Er hat die Geschäfte von Anbeginn mit seiner Frau Heidi geführt. „Noch können Künstler und Hobbybastler auf unseren 270 Quadratmetern Ladenfläche am Ostwall in einem bunten Sortiment stöbern.“

Angefangen hat alles mit einem Zufall: „Ich habe – ebenso wie meine Frau – Grafik-Design studiert. Damals kam ein Freund zu mir und fragte, ob ich den Arm seiner Marien-Statue ausbessern könnte. Ich fand in ganz Krefeld keinen Laden, der das Material dafür lieferte. Also eröffnete ich ihn selbst.“ Angefangen habe er neben der Ponzelar-Apotheke mit null Ahnung und ebenso viel Geld, erzählt er. „Dort verbrachten wir zehn Jahre. Als die Apotheke um unseren Bereich vergrößert wurde, sind wir nach gegenüber, zum Ostwall 69, gezogen. Jetzt bin ich 63 Jahre alt und dieses Haus wurde gerade verkauft. Den neuen Mieter kennen wir noch gar nicht. Aber wir haben beschlossen, im Januar den Schlussstrich zu ziehen.“

„Bei uns ist es wie in Omas alter Schublade, in der man alles findet und nichts, wenn man es sucht“, sagt Bühring und lacht. Dabei haben Generationen von Menschen dort eingekauft; viele bekannte waren darunter. Er erinnert sich an Andreas Gurski, einem der weltweit erfolgreichsten zeitgenössischen Fotografen. „Ich habe ihn gar nicht erkannt“, bekennt der Inhaber. „Erst als ich kurz darauf 1989 seine Ausstellung in Haus Lange besucht habe, wusste ich, wer in meinem Geschäft war. Das war bei Andrea Berg, als sie noch Zellen hieß, anders. Sie stöberte bei mir und sagte, sie müsse jetzt nach Köln, es würde vielleicht etwas Großes geschehen.“

Daneben gaben sich die Maler die Klinke in die Hand, um Acryl- und Ölfarben, Pinsel und Werkzeuge zu erstehen. Dekorateure und Architekten holten sich Zubehör; letztere um die Modellhäuser für die Bauherren mit Mini-Fahrrädern, Bäumen und Bänken aufzuhübschen. Die Kleinigkeiten — angefangen vom Bierkasten im Miniformat bis zum Sonnenschirm — werden auch gerne nachgefragt, um Geschenke sichtbar zu machen. „Möchte ein Mann seiner Frau einen Hawaii-Urlaub spendieren, habe ich alles da: Sonne, Meer und Strand. Es können Geldscheine in Landschaften verpackt werden.“

Auch das Basteln unterliege Trends. „Angefangen hat damals alles mit dem Puppenbasteln. Dann war Ton fürs Töpfern gefragt. Später ging es um Seidenmalerei.“ Jetzt ist Pouring voll im Trend. „Man kann es in ‚Acryl gießen’ übersetzen. Das Spannende ist, dass die Farben nicht mit einem Pinsel auf die Leinwand gebracht werden, sondern im wahrsten Sinne gegossen werden.“

Mittlerweile gehe das Basteln zurück und die Handarbeiten boomen, sagt Helmut Bühring. Doch egal was angesagt war: Stets war bei „Do it!“ das passende Zubehör zu finden.