Orange the World 2019: Diese Zeichen setzt Krefeld gegen häusliche Gewalt

Orange the World 2019 : Diese Zeichen setzt Krefeld gegen häusliche Gewalt

Frauen sind oft Opfer von Gewalttaten. Fahnen und eine Farb-Aktion machen darauf aufmerksam.

Mit Fahnen und Farbe wird in der Stadt Krefeld seit Montag, dem „Internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen“, ein Zeichen gegen die häusliche Gewalt gesetzt. Unter dem Motto „Gewaltfrei leben“ ist vor dem Rathaus die „Terre-des-Femmes“-Fahne mit dem Motto „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst worden.

Das Krefelder Netzwerk gegen häusliche Gewalt macht mit dieser Aktion bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, auf eine oft unterschätzte Problematik aufmerksam. Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes sind im vergangenen Jahr in Deutschland allein 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Insgesamt waren 114 000 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, von Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner.

Orange the world: Bürger sind
zur Teilnahme aufgerufen

Mehr als einmal pro Stunde sei 2018 eine Frau in der Partnerschaft gefährlich verletzt worden. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat deshalb eine landesweite Initiative angekündigt. Wie sie am Montag erklärte, sollen betroffene Frauen einen Rechtsanspruch auf Unterbringung in einem Frauenhaus bekommen.

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen werden vor dem Krefelder Rathaus Fahnen gehisst. Foto: Andreas Bischof

In Krefeld werden die Fahnen im Aktionszeitraum nicht nur am Rathaus, sondern auch vor anderen öffentlichen Gebäuden der Stadt hängen. So sollen Passanten auf das Problem aufmerksam gemacht werden.

Außerdem hat das Netzwerk in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Zonta Club Krefeld zur Teilnahme an der Aktion „Orange the world“ aufgerufen. Sie wurde schon 1991 vom „Women‘s Global Leadership Institute“ initiiert.

Seit Montagabend bis ebenfalls 10. Dezember werden das Rathaus am Von-der-Leyen-Platz, die Mediothek, das Theater, das Seidenweberhaus und Laternen auf dem Theaterplatz sowie Bäume vor den Gebäuden der Stadtwerke an der St.-Töniser-Straße bei Einbruch der Dunkelheit als sichtbares Zeichen zur Ächtung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch oranges Licht ausgeleuchtet. Alle Krefelder sind eingeladen, ihrerseits Wohnungen, Häuser, Geschäfte oder Firmen orange zu beleuchten.

Oberbürgermeister Frank Meyer eröffnete die Beleuchtungsaktion in der Mediothek. Der Zonta Club sammelte dort in diesem Rahmen Spenden für ein Projekt zur Verhinderung von Kinderehen in Afrika. Das Krefelder Netzwerk gegen häusliche Gewalt gab zudem Einblicke zur Situation und zu Hilfsangeboten in Krefeld.

Im genannten Netzwerk arbeiten seit 2006 Fachleute aus Beratungsstellen, der Justiz und der Polizei koordiniert durch die Gleichstellungsstelle zusammen. Die Zusammenarbeit wurde zuletzt modellhaft für Studien des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen zur Bedarfsanalyse von Hilfesystemen und Hilfsangeboten ausgewählt.