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Ökumenische Kirche in Krefeld: Das Leben ist stärker

Grußwort zu Ostern : Das Leben ist stärker

Warum die Ostergeschichte auch Hoffnung für den Umgang mit der Corona-Pandemie geben kann.

Können wir nach fast vierzehn Monaten Pandemie noch daran glauben? Unsere Lieder besingen den christlichen Osterglauben an die Auferstehung mit jubelnden Worten. Aber ist unsere Hoffnung wirklich stärker als die eigenen lähmenden Zweifel am Erfolg der Virusbekämpfung? Gefangen im Geflecht aus Frustration und Verzweiflung, aus Beschränkung und Verzicht bleibt unser Blick oftmals starr auf das Grab unserer eingeengten Möglichkeiten gerichtet. Stehen wir wie gelähmt vor dem Grab unserer Befindlichkeiten, unserer ausgelaugten Kräfte. Schauen wir ohnmächtig auf gescheiterte Pläne und auf die (gefühlt) ins Unendliche verschobenen Unternehmungen? Das letzte Jahr hat uns viele existentielle Fragen wieder neu vor Augen geführt: Der Tod steht unausweichlich am Ende unseres irdischen Seins. Ist dann das endgültige Ende erreicht?

Schon die Frauen damals am leeren Grab reagieren erschrocken und zweifeln an dem, was sie da sehen, an der so unglaublichen Osterbotschaft: Jesus lebt! Mit Furcht und Entsetzen stehen auch wir vor den Gräbern unseres Lebens, ähnlich wie die Frauen am frühen Morgen des Ostertages. Nur: Sie sind noch nicht leer.

Deshalb will uns die Botschaft vom leeren Grab Jesu auch heute erreichen: Der Bote Gottes schickt die Frauen an den Anfang ihrer Begegnungen mit Jesus in Galiläa, in ihren altvertrauten Alltag zurück. Dort sollen sie den Auferstandenen, das Leben suchen.

Heute können wir uns auf den Weg machen wie jene Frauen. Der Engel Gottes ruft uns heraus aus der Erstarrung und der Depression. Den Weg, der vor uns liegt in diesen Tagen und Wochen und Monaten, müssen wir nicht ohne Zuspruch in Angriff nehmen. Das Engelwort von damals gilt auch heute. Unser Galiläa ist unser Alltag – hier und heute in Krefeld! Die Auferstehung von Jesus führt uns heraus auch aus den Gräbern unseres Lebens. Sie ist nicht nur ein Versprechen für das Jenseits, es gilt auch im Hier und Jetzt.

Aus dieser österlichen Botschaft heraus wächst der Mut, aus unseren Gräbern aufzubrechen; die Hoffnung, dass das Leben nicht in den Sackgassen stecken bleibt; das Vertrauen darauf, dass das Leben stärker ist – trotz und in Krankheit; dass Bewegung möglich ist – trotz pandemischer Lähmung; dass sinnvolle Beschäftigung möglich ist – trotz großer wirtschaftlicher Sorgen; dass Versöhnung geschieht – trotz Streit; dass neue Beziehungen wachsen – trotz Abstand und fehlender menschlicher Nähe.

So unglaublich es klingt: Aus dem Erschrecken und Entsetzen erwächst der Osterglaube, dass am Ende das Leben siegt, dort am leeren Grab in Galiläa, hier in unserem Alltag.

Wir wünschen ihnen diesen österlichen Blick!

Ihre Barbara Schwahn (Superintendentin/li.) und Elisabeth Vratz (Regionalteam Krefeld)