Obwohl es keine Kirschblüten gab, war das gleichnamige Fest ein Erfolg

Ein Fest der Nationen : Kirschblütenfest ohne Blüten ein Erfolg

Auf dem Alexanderplatz duftete der Flieder. Zudem gab’s Köstlichkeiten aus aller Welt.

Das hat es auf dem Alexanderplatz noch nicht gegeben: Ein Kirschblütenfest ohne Kirschblüten. Die zarten Blätter liegen rosa-braun auf dem Boden und die Blätter leuchten an den Bäumen frisch grün teils im Regen, teils im Sonnenschein. „Wir hatten schon jedes Stadium, von der Knospe angefangen; ohne Blüte waren wir in den vergangenen fünf Jahren noch nicht“, berichtet Andreas Stomps, Vorsitzender des – gemeinsam mit der Nachbarschaft Samtweberei – organisierenden Bürgervereins Bahnbezirk. „Nun blüht und duftet dafür der Flieder.“

„Vereinte Nationen“ geben
sich ein Stelldichein

Ob Kirschblüten oder nicht: Die gute Stimmung auf dem Platz ist nahezu spürbar und auf der Bühne gibt es gemeinsam mit Moderator Charlie Niessen jede Menge Programm. „Die vereinten Nationen aus dem Viertel geben sich ein Stelldichein“, findet der Vorsitzende. „Die meisten sagen schon heute, dass sie beim nächsten Mal wieder mit dabei sind. Nach dem Fest ist vor dem Fest. Das gilt vor allem für die Leute, die kulinarische Köstlichkeiten auf der einen Seite des Platzes anbieten: Türken, Griechen und Italiener.“

Stella Rütten und Marc Zagrabski waren am Stand der griechischen Mitbürger. „Da gibt es total leckeres Essen. Ich bin jedes Jahr hier“, erzählt sie. Er freut sich auch am Fest teilzunehmen und hat sich „die schönen Lieder des Moderators“ angehört. Rütten: „Jetzt, wo die Sonne scheint, ist es besonders schön. Dieses Viertel entwickelt sich gut und schafft es, sich zu präsentieren. Auch das Café Südlicht hat einen schönen Stand hier. Es wertet das Fest und Viertel auf.“

Die freie evangelische Gemeinde betreibt das Café. Andreas Ullrich ist dort Pastor und Mediator. „Das Café besteht jetzt etwa ein Jahr. Wir sind ein Teil des Viertels und des Zusammenlebens, deshalb beteiligen wir uns auch.“ Er hat einen kleinen Teller mit köstlichen kleinen Kuchen in der Hand.

Besucher sind vom
Multi-Kulti-Angebot begeistert

Jörg Enger und Nicole Höfels sind wegen des guten Essens gekommen. „Hier können wir Spezialitäten aus halb Europa auf einem Platz genießen. An liebsten italienisch und griechisch. Außerdem sind die Auftritte auf der Bühne klasse. Wir kommen jedes Jahr, obwohl wir aus dem Nordbezirk sind.“

Bei Niessen wechseln sich unter anderem griechische Folklore, Kindertrommeln und Akrobatik der Kita St. Josef, die Sambagruppe „Play Mobilos“ und gegen Abend die Band Schäng Blasius Flönz Rakete ab.

Elke Ricks ist von dem Multi-Kulti-Angebot begeistert, findet es nur schade, dass die Kirschblüten schon am Boden liegen. „Wir haben heute bereits den sehr guten Stadtspaziergang, ein Angebot der Villa Merländer zur Bombennacht, mitgemacht. Nun haben wir Hunger.“

Suleyman Sahimkaya, der Vorsitzende des türkischen Vereins, hat Abhilfe gegen Magenknurren parat. Er deutet auf die Frauen der Vorsitzenden, die eifrig Pizzateig ausrollen. „Unsere türkische Pizza wird mit Hackfleisch und Salat zubereitet.“ Die Teller sind mit weiteren Angeboten gut gefüllt.

Während die Griechen beim plötzlich auftretenden Schauer mit Regenschirm am Grill stehen und köstlich duftende Fleischstücke servieren, bieten die Italiener unter anderem Arancini aus Sizilien an. Giuseppe Gorgano erklärt: „Sie sind frittiert und bestehen unter anderem aus Reis, Hackfleisch, Erbsen, Mozzarella und Safran.“ Ihren Erlös des Tages werden sie wieder spenden: „Mal für die Tafel, mal für die Kirchen wie St. Dionysios. Seit 2005 haben wir schon über 30 000 Euro zusammengebracht.“

Anita Schledorn wohnt nur die Ecke rum. „Es ist Ehrensache, dass ich immer hier bin“, erklärt sie und trinkt türkischen Tee. „Es ist so schön, wie die Kinder tanzen. Hier geht es immer sehr familiär zu“, findet sie.