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Obdachlosigkeit in Krefeld - eine Mammutaufgabe

Miteinander in der Stadt : Obdachlosigkeit in Krefeld - eine Mammutaufgabe

Obdachlosigkeit wird in der Krefelder Innenstadt zunehmend zum Problem. Die Stadt soll prüfen, ob ein Alkoholverbot in der Innenstadt rechtskräftig durchzusetzen ist.

Die Corona-Pandemie hat die Lage obdachloser und Suchtmittel abhängiger Menschen noch einmal verschärft. Wer ohnehin schon psychisch instabil war, in den Lockdowns lange keine Anlaufstelle mehr für Hilfen, eine Mahlzeit, eine geschützte Notunterkunft hatte, verliert oftmals den letzten Halt und kämpft ums Überleben. Die Zeiten sind rauer geworden. Das ist bei den Obdachlosen und Bettlern tagtäglich drastisch zu sehen, die ihre Stabilität und Sicherheit vor langer Zeit schon verloren haben.

Und dennoch muss es ein Miteinander in einer Stadtgesellschaft geben, nicht zu Lasten des einen oder anderen. Die Händler machen alles dafür, dass die Innenstadt für Besucher und Kunden wieder attraktiv wird. Die Stadt tut vieles dafür, dass mit Hilfe des Konzeptes „Handeln und Helfen“ Sicherheit, Sauberkeit und eine Aufwertung erkennbar wird. Das ist zwingend notwendig – und ohne jeden Zweifel eine Mammutaufgabe.

Die Stadt sollte deshalb erneut prüfen, ob ein „Alkoholverbot in der Innenstadt“ rechtskräftig durchzusetzen ist. Ebenso wie bei der Regelung bei Straßenmusikanten, die in Krefeld ihren Standort alle 20 bis 30 Minuten wechseln müssen, sollte eine Handhabe für das „stille Betteln“ gefunden werden und angesichts der nahenden kalten Jahreszeit, beispielsweise Orte für kleine Wohnboxen, wie sie das Team von Little Homes Köln baut und verschenkt, gefunden werden. Alle Möglichkeiten sind noch nicht ausgeschöpft.

(red)