Obdachlose: Tagesangebot vor dem Aus

Obdachlose: Tagesangebot vor dem Aus

Leiter berichtet über die prekäre Lage.

Krefeld. Nachdem das neue Bündnis aus CDU, FDP und UWG die notwendigen 66 000 Euro Personalkosten für den Tagesaufenthalt wohnungsloser Menschen nicht bereitstellen will, steht dieses Angebot vor dem Aus. Auf SPD-Wunsch ist Einrichtungsleiter Ludger Firleburg (Diakonie) in die Bezirksvertretung Süd gekommen: „Wir helfen Menschen zu kräftigen, damit sie ein eigenständiges Leben mit Wohnung führen können. Beim Tagesaufenthalt, wenn sie zum Duschen, Wäsche waschen und Kochen zu uns kommen, bekommen wir Kontakt zu ihnen.“

Seit 1991 besteht ein Vertrag zwischen dem evangelischen Träger und der Stadt. Darin sind Zuschüsse und Aufgaben geregelt. Die Notschlafstelle ist laut Firleburg nicht gefährdet. Doch sie ist nur einer von drei Bausteinen. Hinzu kommen Tagesaufenthalt und Beratungszentrum mit zweieinhalb Personalstellen, die von Land, Stadt und Diakonie finanziert werden. Die Situation im Tagesaufenthalt hat sich verschärft, seitdem die Ein-Euro-Jobber reduziert und Zivis nicht mehr tätig sind. „Diese Programme fehlen uns. Wir haben keine Kräfte mehr und stehen unter Druck.“ Schon jetzt ist der Tagesaufenthalt an den Wochenenden nachmittags zu. „Nun müssen wir auch in der Woche stundenweise schließen“, so Firleburg.

245 Menschen besuchen die Beratungsstelle. 230 Personen schlafen insgesamt 7500 Mal an der Lutherstraße und einige mehr nutzen den Tagesaufenthalt. Dazu Helmut Frost (SPD): „Ist es Aufgabe des Gesetzgebers, sich um solche Menschen zu kümmern, liegt es in der Verantwortung der Stadt? Ja.“ cf

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