Obdachlose sollen in Krefelder Don-Bosco-Schule bleiben

UNTERKUNFT : Obdachlose sollen in Don-Bosco-Schule bleiben

Anderweitige Ideen lassen sich nicht verwirklichen, deshalb gilt die dauerhafte Unterbringung dort als wahrscheinlich.

Die Stadtverwaltung prüft derzeit, ob die ehemalige Grundschule an der Feldstraße 45 (Don-Bosco-Schule) dauerhaft als Obdachlosenunterkunft genutzt werden kann. Das ist in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Süd bekanntgegeben worden. Laut Stadt erfolgt die laufende Prüfung auch vor dem Hintergrund, dass sich die ursprünglich angedachte Unterbringung im Objekt Oppumer Straße 71-73 zeitnah nicht realisieren lässt. In diesem Haus, das auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Hellenthal steht, hatte die Verwaltung festgestellt, dass die Trinkwasseranlage mit Legionellen befallen ist.

Durch einen neuen Bebauungsplan für die Feldstraße ist nach Auskunft der Stadt eine dauerhafte Gemeinschaftsunterkunft nunmehr zulässig und nicht mehr als Sondernutzung abstimmungspflichtig. Auch die Nähe der Feldstraße zur Obdachlosenunterkunft der Diakonie an der Lutherstraße 18 mit einer Notschlafstelle für bis zu 40 Personen und einer Unterbringungsmöglichkeit von wohnungslosen Frauen sei für den Plan vorteilhaft, hieß es in der Bezirksvertretung. Außerdem soll es nach Aussagen der Krefelder Tafel, der Süd-Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke (SPD) und anderer Beobachter nun keine auffälligen Probleme rund um die Unterkunft mehr geben.

Für die ehemalige Grundschule gibt es zudem derzeit keine konkrete Nachfolgenutzung. So ist nach Angaben der Stadt die Tafel nicht mehr an der Immobilie interessiert, weil das Gebäude für eine Essensausgabe in der Woche zu groß sei. Die zuständige Bezirksvertretung Süd erkennt in der Nutzung der Schule als Obdachlosenunterkunft, in die nach städtischen Angaben 20 bis 30 Menschen pro Tag  kommen, aber nicht unbedingt eine Aufwertung des Bezirks und beurteilt diese fraktionsübergreifend eher kritisch. WS

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