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Neues Leben für Krefelder Traditions-Gaststätte "Et Bröckske"

Neues Leben für Krefelder Traditions-Gaststätte "Et Bröckske"

Der Bauantrag ist bei der Stadt eingereicht. Die Entwurfspläne sind mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Gastronomie wird es wieder geben.

Krefeld. Die Fassade der alten Krefelder Traditions-Gaststätte Et Bröckske wird bald in neuem Glanz erstrahlen. In enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde wurde die Entwurfsplanung von Lucas Architekten für das Gebäude-Ensemble zwischen Marktstraße und dem Platz An der Alten Kirche erarbeitet. Vor wenigen Wochen wurde der Bauantrag bei der Stadt eingereicht.

Neues Leben für Krefelder Traditions-Gaststätte "Et Bröckske"

Für rund acht Millionen Euro will eine Kölner Investorengruppe an dieser Stelle ein Ärztehaus mit Gastronomie im Erdgeschoss bauen. Ende 2014 hatte die Absolut Immobilien GmbH die Gaststätte mit dem angrenzenden Haus und der Brachfläche gekauft. 900 Quadratmeter ist das gesamte Grundstück groß.

Welcher Preis für das einst im Besitz der insolventen Brauerei Rhenania Robert Wirichs gezahlt wurde, ist nicht bekannt. Einige Jahre zuvor, im Jahr 2007, war die Immobilie schon einmal angeboten worden. Damals für eine Million Euro. Ein Käufer hatte sich dafür nicht gefunden. Seit 2009 stand das Traditionslokal leer und verrottete zusehends.

Ursprünglich wollte der neue Eigentümer die ehemalige Gaststätte abreißen lassen und auf dem gesamten Grundstück neu bauen. Um das Et Bröckske davor zu bewahren, hatte die Untere Denkmalbehörde der Stadt im Jahr 2015 das Gebäude zum Denkmal erklärt und damit unter Schutz gestellt. Die Gespräche zwischen Stadt und Investor gerieten zeitweise ins Stocken. Bis zu einem konstruktiven Gespräch unter Beteiligung des Oberbürgermeisters. „Dabei sind wir Wand für Wand durchgegangen, was unter Denkmalschutzaspekten und was unter Nutzungsaspekten wichtig ist“, berichtete Planungsamtschef Norbert Hudde vor einem Jahr der WZ. Gemeinsam habe man einvernehmliche Lösungen für das Gebäude gefunden.

Nun werden die drei historischen Fassaden erhalten bleiben ebenso wie ein Teil des ursprünglichen historischen Kellers, der durch eine Glasscheibe abgetrennt künftig sichtbar sein soll. Im Erdgeschoss ist eine Gastronomie geplant. Die wird künftig Sitzmöglichkeiten im Freien bieten, auf dem Willy-Göldenbachs-Platz wie auch auf dem Platz An der Alten Kirche. Dazu sollen die Fensterbrüstungen an der Nordseite des Gebäudes im Erdgeschoss künftig bis zum Boden reichen. Die Denkmalbehörde hat dem zugestimmt.

Hinter den alten Mauern des Et Bröckske soll jedoch komplett neu gebaut werden. Den Saal im ersten Obergeschoss wird es nicht mehr geben. Der sei für eine Gastronomie nicht mehr rentabel. Wegen der zu erwartenden Lärm-Immissionen sind in den oberen Etagen des Et Bröckske und des anschließenden Neubaus bis zur Matthes-on-Schäng-Jatz (Quartelnstraße) nicht Wohnungen, sondern acht bis 15 Arztpraxen geplant. Die Nutzung zwischen Alt- und Neubau im Inneren wird fließend sein. Im Neubau an der Quartelnstraße soll es außerdem eine Apotheke sowie ein Ladenlokal oder eine weitere Gastronomie geben. Die Nutzfläche beider Gebäude beträgt 4000 Quadratmeter.

Trotz moderner Gestaltung harmonieren Neu- und Altbau im Entwurf. Dazu werden beim Neubau die Dachtraufe (auch Tropfkante genannt) des Altbaus übernommen und zurückliegend zwei weitere Geschosse aufgesetzt. Die Firsthöhe ist bei beiden Gebäuden gleich. Die grau-melierte Fassade verspringt und wird in hochwertigem Klinkermauerwerk errichtet. Die Fassade des Et Bröckske bleibt so, wie die Krefelder sie kennen: glatt verputzt, in der ursprünglichen Farbe Weiß oder einem neuen Grau. Wann mit dem Abriss der Ruine an der Quartelnstraße begonnen wird, hängt nun von der Baugenehmigung ab. Für die Bauzeit selber sind anderthalb bis zwei Jahre eingeplant.