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Neuer Bußgeldkatalog: Verkehrssünder zahlen mehr

Neuer Bußgeldkatalog: Verkehrssünder zahlen mehr

Seit Montag gilt ein neuer Bußgeldkatalog. Teilweise wurden die Preise für Verstöße verdoppelt.

Krefeld. Norbert Goertz-Gorr, Abteilungsleiter für Straßenverkehrs- und Bußgeldangelegenheiten beim Ordnungsamt, glaubt, dass der neue Bußgeldkatalog insgesamt zu sinkenden Einnahmen führen wird — obwohl die einzelnen Knöllchen wesentlich kostspieliger geworden sind. Teilweise haben sich die Bußgelder sogar verdoppelt.

So sind für das Parken ohne Parkschein seit Montag mindestens zehn Euro fällig, zuvor waren es fünf. „Ich glaube, dass dadurch die Disziplin steigen wird“, sagt Goertz-Gorr. „Bisher haben viele Autofahrer eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufgemacht: Es war billiger, das Verwarngeld zu riskieren, als für das Parken zu bezahlen. Das wird jetzt wohl weniger werden.“ Er räumt aber ein, dass das „reine Spekulation“ sei.

Über die Auswirkungen des neuen Bußgeldkatalogs auf den fließenden Verkehr mag er noch nicht einmal spekulieren: „Wir sind für den ruhenden Verkehr zuständig. Um den fließenden Verkehr kümmert sich die Polizei.“

Auch Karl-Josef Klauer, Leiter der Verkehrsdirektion bei der Polizei Krefeld, möchte ungern Prognosen abgeben. Natürlich wäre es „superklasse“, würde der neue Bußgeldkatalog disziplinierend auf die Verkehrsteilnehmer wirken: „Aber wenn, dann wird es wohl einige Zeit dauern.“

Im Übrigen seien zumindest die Krefelder Fahrradfahrer — für die es bei Fehlverhalten im Verkehr ebenfalls deutlich teurer wird — schon jetzt „gar nicht so schlecht“. Vor allem das Fahren auf der falschen Straßenseite habe man bereits eindämmen können. Bleibe nur zu hoffen, dass die Erhöhung des Bußgeldes von 15 auf 20 Euro auch dazu führe, dass weniger Radler auf der Straße statt auf dem Radweg unterwegs sind.

Wobei der Polizei durchaus bewusst sei, dass einige Radwege in einem sehr schlechten Zustand sind: „Wenn es nicht zumutbar ist, darauf zu fahren, muss man nicht zahlen. Das heißt aber nicht, dass jeder Rennradfahrer ein Anrecht auf 35 km/h hat. Zunächst gilt es, die Geschwindigkeit anzupassen.“