Neuer Bürgerverein will Kronprinzenviertel zum Leben erwecken

Neuer Bürgerverein will Kronprinzenviertel zum Leben erwecken

Neun Aktive haben sich zusammengetan.

Krefeld. Zunächst gibt es eher zufällige Begegnungen im Viertel, kurze Gespräche, schließlich ein Grillfest. Nach und nach stellen neun Nachbarn dabei fest, dass sie etwas verbindet. „Wir alle wollen unser Viertel attraktiver machen, grüner, gemütlicher und lebendiger“, sagen Pia Schrepfer und Peter Hassenpflug. Deshalb gibt es jetzt - gut ein Jahr nach der Initialzündung beim Grillfest — den Bürgerverein Kronprinzenviertel.

Pia Schrepfer ist seine Vorsitzende, und das Ziel ist klar: Das Innenstadtviertel zwischen Hansa-, Philadelphia-, Rheinstraße und Ostwall soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen. „Es gibt hier so nette Ecken, viele nette Menschen und den Willen, etwas auf die Beine zu stellen.“

Erst einmal gingen die Bürgervereinsmitglieder selbst auf Entdeckungstour und nahmen zwischen kleinen Plätzen und drei Kirchen (Friedenskirche, Alt-Katholische Gemeinde, St. Stephan) die vielen kleinen Betriebe, den Bioladen, Bäcker und das Haus der Seidenkultur, Sportschulen und Initiativen bewusst wahr. „Es gibt hier eine Menge, aber alles ist vereinzelt“, sagt Pia Schrepfer. Und es gibt die ungenutzten Gebäude. Das ehemalige Kino als Augenfälligstes ist weit entfernt von jedem Hollywood-Flair. Kita, Jugendzentrum, Ateliers — die Bürgerinitiative hat Ideen, wie man das Gebäude als „offenen Ort“ gestalten könnte. Es fehle ein Lebensmittelladen, ein Restaurant („Bisher hat sich allerdings keins halten können“), weitere Gastronomiebetriebe neben Eiscafé und Blauem Engel.

Doch schon kleine Maßnahmen könnten Verbesserungen bewirken: Blumen auf allen Fensterbänken könnten einen „unglaublichen“ Effekt haben, sagt Hassenpflug. Doch den Mitgliedern des Bürgervereins geht es um mehr, als „Blümchen zu pflanzen, damit sich alle besser fühlen“, sagt Schrepfer. „Es hat etwas Visionäres. Wir wollen ein Gemeinschaftsgefühl der Bewohner des Kronprinzenviertels schaffen.“

Selbstbewusst will man sich in der Stadt positionieren und den schleichenden Niedergang, zumindest aber Stillstand in der Entwicklung des Innenstadtviertels stoppen: „Wir wollen die Richtung ändern“, sagen Schrepfer und Hassenpflug.

Im Austausch mit der Stadtverwaltung geht es ihnen zunächst darum, Grenzen, Freiräume und Kooperationen zu erkunden. „Wir wollen unser Viertel aktiv und positiv mitgestalten“, sagt die Vorsitzende, „wir haben da einen ganz basisdemokratischen Ansatz.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung