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Neuer Ansatz für öffentliche Toiletten in Krefeld

Notdurft : Neuer Ansatz für öffentliche Toiletten

Wer beim Bummeln durch die Stadt auf die Toilette muss, kommt in Not. Öffentliche Toiletten gibt es nicht mehr. Gastronomen und Handel halten ihre WCs für ihre eigenen Kunden vor. Die Stadt arbeitet an einer Lösung.

Öffentliche Toiletten haben oft keinen guten Ruf, aber in Krefeld fehlen sie sogar in Gänze. Die früheren Toiletten unter dem Südwall und in der unterirdischen Ostwall-Passage wurden schon vor Jahren verschlossen oder sind verschwunden.

Die Ratsgruppe UWG/WUZ will nach der Sommerpause erneut das Thema öffentliche Toiletten in den Innenstadtbereichen auf die Tagesordnung der politischen Gremien bringen. Hintergrund ist, dass ein erster Antrag, entsprechende Toiletten aufzustellen mit breiter Mehrheit abgelehnt worden ist. Die UWG/WUZ kritisiert das und bemängelt, dass für die Aufstellung eines Toilettenwagens auf dem Westwall, der nur an den Markttagen zur Verfügung steht, 25 000 Euro bewilligt wurden. Im Vergleich dazu koste eine feststehenden Toilette 30 000 Euro zuzüglich Anschluss und Reinigung.

Das Stadtmarketing hat sich in den letzten zehn Jahren immer wieder mit möglichen Alternativen zu – durch die Stadt betriebenen – öffentlichen Toiletten beschäftigt. 2011 hatte es das Konzept „Die nette Toilette“ vorgestellt. Hinter dem fragwürdigen Slogan versteckte sich der kostensparende Vorschlag, dass Gastronomie und Handel Besuchern die Benutzung ihrer Toiletten anbieten. Die Innenstadtakteure lehnten ab, trotz der versprochenen Mehreinnahmen wegen des größeren Besucheraufkommens und dem Vorteil eines flächendeckenden – und vor allem für die Stadt – kostenfreien Toilettennetzes.

Nicht ausreichend gewährleistet waren hingegen die Barrierefreiheit, dem heutigen Standard entsprechende Serviceangebote (wie Wickelmöglichkeiten für Kinder). Außerhalb der Geschäftszeiten funktioniert das Prinzip nur noch sehr eingeschränkt. Außerdem fürchteten Händler wie Gastronomen, „dass verstärkt Menschen aus der Drogen- oder Obdachlosenszene angezogen werden könnten“.

Stadtmarketing und Stadtplanung führen deshalb aktuell Gespräche mit einem Drittanbieter, der sich auf ein innovatives, optisch attraktives und berührungsarmes Toiletten-Konzept spezialisiert habe. Über den Stand wird der Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwoch informiert. Bis Ende des Jahres sollen mögliche Standorte und eine Kostenschätzung vorliegen.