NS-Dokumentationsstelle Neue Dauerausstellung in der Villa Merländer ab 2025

Krefeld · In der Ausstellung soll unter anderem die Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus beleuchtet werden. Um diese auch, wie vorgestellt zu realisieren, wird um Spenden gebeten.

Ab 2025 haben Besucher der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer die Möglichkeit, die neue Ausstellung zu besuchen.

Ab 2025 haben Besucher der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer die Möglichkeit, die neue Ausstellung zu besuchen.

Foto: Dirk Jochmann

In der Villa Merländer an der Friedrich-Ebert-Straße 42 soll im August 2025 anlässlich des 100-jährigen Bestehen des Gebäudes eine neue Dauerausstellung starten. Die Konzeption der Ausstellung ist bereits im vollen Gange und größtenteils abgeschlossen. Aktuell befindet man sich nach Angaben von Sandra Franz, der Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer, in „Gesprächen mit einigen Förderern und Stiftungen“, um die Ausstellung zu finanzieren und auf den neuesten technischen Stand zu bringen. So sollen unter anderem Module angeschafft werden, die „wandern und an Schulen verliehen werden können“. „Wir freuen uns über jeden, der eine Summe spendet, egal wie viel. Das bedeutet auch, dass unsere Arbeit geschätzt wird“, so Franz.

Ausstellung ist in zwei
Teile untergliedert

Prinzipiell sei die Ausstellung in zwei Teile untergliedert. Im Erdgeschoss hangele sie sich entlang der Biografie des Erbauers und Namensgeber der ViIlla Merländer, Richard Merländer. Dabei werde Merländer selber vorgestellt, wobei auf die Shoa in Krefeld eingegangen wird, die der bekennende Jude miterlebte. In einem weiteren Teil wird auch seine Homosexualität unter dem Paragrafen 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, beleuchtet. Ebenfalls im Erdgeschoss soll der Fokus auf verbotene Kunst während des Nationalsozialismus liegen. „Uns ist dabei wichtig herauszustellen, dass alles, was mit den Ausstellungspunkten in Verbindung steht, nicht 1933 begonnen und 1945 aufgehört hat“, sagt Robert Muschalla, Kurator in der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer.

Im Obergeschoss wird das Schicksal verfolgter Gruppen in der Zeit des Nationalsozialismus, die weniger im öffentlichen Fokus standen, vorgestellt. Dazu gehören etwa Sinti und Roma, wie auch die Zeugen Jehovas. Des Weiteren wird das Thema Zwangsarbeit in Krefeld während des Zweiten Weltkrieges dargestellt. „Uns ist es wichtig nicht nur die Shoa zu beleuchten, sondern auch die anderen Aspekte aufzuzeigen“, erklärt Franz.

Da die Villa Merländer vorrangig von Schulgruppen besucht wird, ist es dem Team der NS-Dokumentationsstelle  rund um Leiterin Sandra Franz besonders wichtig gute Kontakte mit den Schulen zu pflegen. „Wir wollen didaktische Elemente miteinbauen, sodass die Schüler und Schülerinnen nicht nur hierhinkommen und sich alles anschauen, sondern auch Anstöße erhalten und sich überlegen, warum das Thema wichtig ist und was man heute daraus ziehen kann“, sagt Franziska Penski, Mitarbeiterin der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer.

Elementar für die Realisierung der Ausstellung ist jedoch der Erhalt von Spendengeldern. „Diese Einrichtung wird vor allem von Spenden aus der Bürgergesellschaft getragen“, erläutert Sibylle Kühne-Franken, Vorsitzende des 300-köpfigen Villa Merländer-Vereins. Je mehr Geld für die Dauerausstellung gesammelt werden könne, umso „schöner“ werde später die Ausstellung. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass die multimedialen Geräte mit der Zeit veralten und daher stetig aktualisiert werden müssen.

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