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Neubaugebiet Plankerheide in Krefeld-Fischeln nimmt nun Fahrt auf

Wohnungsbau : Neubaugebiet Plankerheide nimmt nun Fahrt auf

Der Rat und die Bezirksvertretung Fischeln setzen die Priorisierung in Krefeld neu. Die Verwaltung kann nun einen städtebaulichen Wettbewerb starten.

Krefeld ist eine der wenigen Kommunen in NRW, die mit „Plankerheide“ und Fischeln-Südwest gleich mit zwei Flächen in das Programm „Kooperative Baulandentwicklung“ des Landes aufgenommen wurde. Beide könnten in Zusammenarbeit mit der landeseigenen Gesellschaft NRW.Urban in den nächsten Jahren entwickelt und umgesetzt werden. Während es bis zur letzten Kommunalwahl noch die politische Prioritätensetzung erst Fischeln Südwest und dann Plankerheide gab, hat sich das Blatt nun gewendet. In der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Fischeln wurde ein mehrseitiger, vom Rat bereits verabschiedeter Beschlussentwurf vorgelegt, in dem die Verwaltung beauftragt wird, das Plangebiet Plankerheide weiterzuentwickeln und zwar unabhängig von der Entwicklung der Südwest-Umgehung und des Baugebietes Fischeln-Südwest.

Neue Umgehungsstraße
war bislang Hemmnis

Nachgeholfen hat da wohl auch ein Gespräch im Bauministerium des Landes, nachdem der Rat der Stadt Krefeld im Sommer 2020 beschlossen hatte, dass alle für den Baubeginn auf dem Baugebiet Fischeln Süd-West notwendigen Planungskapazitäten der Stadt gebündelt werden, bevor mit der Planung für das Gebiet Plankerheide begonnen wird. Vor allem die CDU hatte im Wahlkampf deutlich gesagt, dass sie keine weitere Verkehrsbelastung für Fischeln hinnehmen werde und deshalb – auch im Hinblick auf das geplante Interkommunale Gewerbegebiet an der A44 – die Umgehungsstraße zuerst will.

Im letzten Planungs- und Bauausschuss vor der Kommunalwahl im September 2020 hatte der Beigeordnete Marcus Beyer noch eindringlich darauf hingewiesen, die Stadt laufe bei weiteren Verzögerungen Gefahr, dass eines der beiden Projekte nicht mehr von NRW Urban gefördert wird. Während die Grünen sich zuerst für die Umsetzung von Plankerheide ausgesprochen haben, erinnerte der damalige CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld an die Prioritätensetzung und lehnte eine andere, zielversprechendere Reihenfolge ab. „Die Umsetzung von Plankerheide könnte im schlimmsten Falle so Jahrzehnte dauern“, sagte Beyer damals auf Nachfrage unserer Redaktion.

Der Knackpunkt bei Fischeln Südwest ist der, dass ein Großteil der Grundstücke nicht in städtischem Besitz ist. „Wir haben zwar einen rechtskräftigen B-Plan, aber die Eigentumsfragen für die Bauabschnitte II und III müssen noch beantwortet werden“, hatte Beyer damals erklärt. Mit der Wohnstätte als ursprünglichem Partner und Eigentümer von Flächen im Bauabschnitt I hatte sich die Stadt daraufhin geeinigt, dass sie die Grundstücke übernehme und die städteplanerische Entwicklung dort selber vorantreibe. Laut Wohnstätte-Chef Thomas Siegert hatte das Unternehmen seine Flächen für acht Millionen Euro an die Stadt verkauft. Doch es gibt noch weitere Eigentümer, mit denen derzeit verhandelt wird. Und das zieht sich hin. „Ihr Abschluss ist in zeitlicher Hinsicht nicht planbar“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Im Gegensatz dazu verfügt die Stadt über den größten Teil der Flächen in Plankerheide. Das Baugebiet liegt ebenfalls im Süden Fischelns. Es schwingt sich entlang des Friedhofs in einem Bogen von der Kölner Straße linkerseits Richtung Eichhornstraße oberhalb. In Richtung Osten wird es von der K-Bahn-Trasse begrenzt. Und diese gute Anbindung an den ÖPNV (Straßenbahn, Bus und K-Bahn) ist Bestandteil des regionalen kooperativen Wettbewerbsbeitrags „RegioNetzWerk“ und seit 2019 Bestandteil der „kooperativen Baulandentwicklung“.

600 neue Wohneinheiten in Nähe des Friedhofes sind möglich

In Plankerheide können relativ rasch circa 600 Wohneinheiten als hoch-attraktive Wohnlagen entwickelt werden. In Fischeln Südwest im ersten Bauabschnitt rund 165. Zusammen mit den weiteren Bauabschnitten könnten dort insgesamt mehr als 500 Wohnungeinheiten entstehen. 70 Prozent in Form von Einfamilien-, Zweifamilien- und Reihenhäusern. 30 Prozent sind für geförderten Wohnungsbau (in Mehrfamilienhäusern) vorgesehen.

Mit dem neuen Ratsbeschluss kann die Verwaltung jetzt das Baugebiet Plankerheide weiterentwickeln, unabhängig von Fischeln Südwest. Für das Gebiet zwischen Kölner Straße und Eichhornstraße soll es nun in einem ersten Schritt einen städtebaulichen Wettbewerb geben, mit dessen Hilfe eine Lösung für die neue Erschließung der künftigen Siedlung gefunden werden soll. Auch die Stellungnahmen der öffentlichen Anhörung des entsprechenden Bebauungsplans 807 sollen dabei berücksichtigt werden. Insgesamt rechnet die Verwaltung für die Vorbereitungen und die Durchführung des Wettbewerbs mit Beteiligung der Öffentlichkeit mit neun bis zwölf Monaten. Mit dem Ergebnis kann dann das Bauleitverfahren eingeleitet werden.