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Närrisches Steckenpferd für Ministerpräsident Armin Laschet

Närrisches Steckenpferd : Der singende Ministerpräsident

Die Prinzengarde überreicht NRW-Landesvater Armin Laschet das Närrische Steckenpferd.

Zum Schluss bekommt der Landesvater begeisterten Applaus im Stehen. Da ist NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als 30. Jubiläums-Steckenpferd-Ritter der Prinzengarde gekürt. Er hat sich als gut vorbereitet, witzig und äußerst schlagfertig erwiesen und präsentiert sich als erster singender Ministerpräsident im Seidenweberhaus. Dabei zeigt sich: Laschets Geburtsstadt Aachen und Krefeld haben durchaus Gemeinsamkeiten. Sein Vorgänger, ARD-Chefredakteur Rainald Becker, hält die Lobrede.

Laudator Rainald Becker begrüßt Laschet als „Hobbit der CDU“

Bevor Laschet die „größte Würde des rheinischen Karnevals erhält, mehr kann ein Aachener wirklich nicht erreichen“, wie Becker sagt, nimmt Prinzengarde-Präsident Christian Cosman den Ministerpräsidenten als „Wunschkandidat“ in seine Reihen auf. „Wir hatten bereits Ministerpräsidenten als Steckenpferd-Ritter, die Bundespräsidenten geworden sind wie Johannes Rau und Christian Wulf. Einen Kanzler können wir noch nicht abdecken. Was nicht ist, kann noch werden. Wir dürfen gespannt sein“, sagt er.

Becker lobt Laschet als „Tenor, der seine Frau Susanne im Chor kennengelernt hat, der als Fan von Alemannia Aachen seine Leidensfähigkeit trainiert, der beim Sturz in den Pool sein brennendes Zigarillo rettet und der auch beim Bayerischen Fernsehen tätig war, also auch etwas Ordentliches gemacht hat.“ Mit der schwarz-gelben Tigerentenkoalition im Land sei er außer Rand und Band gewesen und lobt „den Hobbit der CDU“ in Anspielung auf seine Körpergröße, wobei 173 Zentimeter geballte Ladung besser seien als zwei Meter Langeweile.

Der Öcher in Krefeld findet, dass Becker alles richtig gesagt hat. „Was Sie nicht erwähnt haben, dazu lade ich Sie zum Bier ein. Die Rede war die 17,50 Euro Rundfunkbeitrag wert. Mehr aber auch nicht.“ Er blickt zurück auf seine Vorgänger als Steckenpferd-Ritter: „Da sind viele aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen dabei. Bei so vielen Medien tat es dem Preis gut, Buße zu tun. Mit Minister Hermann Gröhe für die Gesundheit und Bischof Helmut Dieser für die Seele.“

Laschet: „Bis hier in Krefeld was beschlossen wird, dauert es ewig“

Als die Kapelle daraufhin „Tochter Zion“ anstimmt, pariert er schlagfertig das Lied: „Also nein, das ist der Bischof.“ Und an den anwesenden Geistlichen gerichtet: „Das bedeutet, Ihr müsst mehr für die Frauen in der Kirche tun.“ Applaus ist ihm sicher. Er weiß auch, dass das Seidenweberhaus abgerissen werden soll. „Aber in Krefeld wird so viel beschlossen, das dauert, es wird nie abgerissen. Wenn Ihr so schnell seid, wie der Berliner Flughafen?“ Auf jeden Fall müsse die neue Halle den traditionsreichen Namen Seidenweber beinhalten. „Von ihnen kommen die Redewendungen ,Alles in Schuss` und ,Auf die Kette kriegen`.“

Und dass man sich mit einem Öcher besser nicht anlegt, davor warnt er auch. Zur Untermalung stimmt er das Lied „Vür sönd allemoele Öcher Jonge Weä jett well, deä ka jo komme. Heierassassa, vallerallala.“ Doch ihm kommen die Herren im dunklen Zwirn im Publikum zuvor und schmettern: „Wir send alles Krieewelsche Jonges“ an. Die Lieder sind nah beisammen.

Dann wundert sich Laschet, dass in Würselen in der Nähe von Aachen, immer noch Martinszüge veranstaltet werden und warnt vor „Satire-Parteien und Clowns in der EU. Wir dürfen uns die Gemeinschaft nicht kaputt machen lassen“.

Mit Augenzwinkern richtet er sich an die Adresse des Liberalen Otto Fricke (MdB) im Saal: „Ich hab eben gesagt, dass ich gerne ein Kölsch trinken würde. Aber hier gibt es nur Pils und Alt. Das hat auch geschmeckt. Es geht nicht darum, lieber nichts zu trinken als was Falsches zutrinken. Man kann auch mal trinken, bevor man Durst hat.“

Dann gelobt er, sattelfest die Fröhlichkeit zu verteidigen. „Das Steckenpferd erinnert mich an die Aachener Reiterveranstaltung CHIO und an die Vorliebe zu Sauerbraten.“

Vorfreude auf die Steckenpferd-Sitzung 2020, wenn Armin Laschet Laudator sein wird, herrscht jetzt schon.