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Nachgehakt: Taxi-Kunden fahren günstiger als geplant

Nachgehakt: Taxi-Kunden fahren günstiger als geplant

Hersteller der Taxameter kommt mit der Umstellung nicht nach. Taxifahrer beklagen Einbußen.

Krefeld. Karneval ist eine umsatzstarke Zeit für Taxiunternehmen. Umso mehr ärgern sich Fahrer, deren Wagen auch nach Wochen noch nicht auf den neuen Tarif umgestellt worden ist. Technische Schwierigkeiten mit Taxametern eines Anbieters werden dafür verantwortlich gemacht.

Für Kunden ist der überraschend günstige Preis schön, doch für die betroffenen Taxifahrer ist die Verzögerung der Tarifumstellung eine Katastrophe. „Für die gleiche St´recke bekomme ich sieben Euro, mein Kollege kassiert zehn Euro“, sagt Miro Dorn empört. „Da fühle ich mich doch veräppelt.“

Dirk Gleixner, Geschäftsführer des Taxiruf Krefeld und ein Sprecher seiner Zunft, kennt das Problem der fehlenden Eichfähigkeit der Geräte, auch wenn seine Taxameter davon nicht betroffen sind. Rund 25 Autos seien deshalb wochenlang zwangsweise zu den alten Tarifen unterwegs gewesen. Angesichts der in Krefeld konzessionierten 142 Taxen scheint das nicht viel, aber: „Sie machen seit Anfang Januar Verlust“, sagt Gleixner.

Verluste mache auch er. Die Einführung des Mindestlohns habe zu erheblichen Kostensteigerungen geführt, erläutert Dirk Gleixner. Die Personalkosten machten 70 Prozent der Belastungen aus. Angesichts dessen sei der außerdem wieder steigende Spritpreis zwar ärgerlich, falle aber nicht so stark ins Gewicht. Der Geschäftsführer des Taxirufs hat in seinem Bereich bisher nach eigenen Angaben keine personellen Konsequenzen gezogen. „Aber einige Unternehmen haben Fahrer entlassen“, berichtet Gleixner. Sein persönlicher Eindruck: „Nachts sind weniger Fahrzeuge unterwegs.“

Eine Frist, bis wann die Taxameter auf die neuen Tarife umgestellt sein müssen, gibt es laut Lars Forche, Pressesprecher des Landesbetriebs Mess- und Eichwesen in Köln, nicht. „Da mit einer Tarifänderung immer eine Preiserhöhung verbunden ist, möchten natürlich fast alle Taxiunternehmen den Tarif umgehend eingestellt und ihre Messgeräte geeicht bekommen.“ Die zeitliche Vorgabe „unverzüglich“ sei angesichts des hohen Andrangs relativ.

Die Eichämter vor Ort versuchten laut Forche, mit zusätzlichen Öffnungszeiten und zusätzlichem Personal den Andrang zu bewältigen. „Dieses Jahr gab es eine besonders erschwerte Situation, da aufgrund der Festlegung des Mindestlohns in allen Tarifgebieten eine Erhöhung vorgesehen war und somit nicht nur in Krefeld, sondern auch in anderen Gebieten fast zeitgleich eine Umstellung erfolgen muss“, erläutert Forche.

„Der ganze Hof steht voller Taxen“, heißt es auf Nachfrage beim für Krefeld zuständigen Eichamt in Düsseldorf. Auch für die etwa 25 Krefelder Autos ist der Weg dorthin endlich frei. Dienstagnachmittag kam die lang erwartete Nachricht, dass die Tarife freigegeben seien und ihre Taxameter geeicht werden könnten. Spätestens morgen sollen alle Taxen umgestellt sein.

Mit dem Ergebnis ist Dorn zufrieden. Er hatte noch Dienstag vorsorglich einen neuen Taxameter bestellt — aus Angst, das Karnevalsgeschäft zu verpassen. Mit 12 000 Euro benennt er den Einnahmeverlust bei ihm und seinen ebenfalls betroffenen Krefelder Kollegen seit Jahresbeginn. „Ich bin froh, dass wir jetzt die aktuellen Tarife haben, aber eine Erklärung für die Verzögerung oder eine Entschuldigung haben wir nicht bekommen.“