Nach Einbruch an Weihnachten: Markuskirche Fischeln bleibt auf Großteil des Schadens sitzen

NACH EINBRUCH : Kaum Hilfe für die Markuskirche

Nach dem vierten Einbruch geht Pfarrer Marc-Albrecht Harms davon aus, dass die Gemeinde auf einem Großteil des Schadens sitzen bleibt. Wegen der Sicherheitsfrage berät die Polizei die Verantwortlichen.

Sie kamen in der Nacht, schlugen ein Fenster ein und schlichen zielsicher durch die dunkle Markuskirche, um Beute zu machen. Über den Schaden, den die Täter angerichtet haben, aber auch darüber, dass das ausgerechnet in der Nacht zu Heiligabend passierte, ist Pfarrer Marc-Albrecht Harms „immer noch empört“.

Ein Gefühl, dass er mit vielen Fischelnern und anderen Krefeldern teilt. „Ich habe viele Anrufe bekommen, in denen mich Menschen nach einer Beschreibung des E-Pianos gefragt haben, das uns gestohlen wurde“, berichtet der 49-Jährige, „weil sie mitbekommen haben, dass jemand seit Neuestem ein E-Piano besitzt, der sich das ihrer Meinung nach gar nicht leisten kann.“ Daran merke man, wie ein solcher Einbruch in eine Kirche die Menschen empöre.

Täter sollen sich in
den Räumen ausgekannt haben

Mittlerweile hält Harms es für wahrscheinlich, dass die Täter sich sehr gut in der evangelischen Kirche an der Kölner Straße auskennen. „Normalerweise geht es Einbrechern darum, schnell reinzukommen, etwas zu erbeuten, schnell wieder weg zu sein“, sagt er. „Aber so gezielt einzubrechen, durch eine komplett dunkle Kirche bis in die Sakristei zu laufen und dann ein 22 Kilogramm schweres E-Piano herauszuschleppen, das ist schon etwas anderes.“

Es war der insgesamt vierte Einbruch in einem Jahr in das Fischelner Gotteshaus. Bei den ersten drei Malen im März, Mai und November sei nie etwas gestohlen worden. Nun nahmen die Täter neben dem Yamaha-Instrument auch eine Musikanlage aus dem Jugendkeller mit.

5000 Euro Schaden allein
durch kaputte Fenster und Türen

Allein die Anschaffung eines neuen E-Pianos, das für die Kindergottesdienste und Jugendveranstaltungen gebraucht wird, dürfte voraussichtlich 1500 Euro kosten. „Wie viel die Versicherung zahlen wird, wissen wir noch nicht. Das Stage-Piano war schon vier Jahre alt“, so Harms. Bei den anderen Einbrüchen der vergangenen Monate blieb die Gemeinde auf einem Großteil der Reparaturkosten sitzen.

Die Täter waren zweimal durch die Kirchenfenster, einmal durch die vorgelagerten WC-Räume und diesmal eben durch den Jugendkeller ins Innere gelangt, wo dann weitere Türen aufgebrochen wurden. „Zum Beispiel die Sakristeitür aus dem Jahr 1958. Von der Versicherung bekommen wir dafür 400 Euro, aber so kriegen wir sie nicht mehr. Neu kostet sie heute 2000 Euro“, berichtet Pfarrer Harms.

„Beim dritten Einbruch im November wurde beispielsweise die Briefkastenanlage aufgebrochen, vermutlich in der Hoffnung, dass darin Spendenbriefe stecken.“ Das war nicht der Fall. „Aber so eine neue Anlage kostet schnell mal einen Tausender.“ Auf insgesamt rund 5000 Euro summieren sich die Schäden.

In Sachen Sicherheit kommen Experten der Polizei vorbei, um die Kirchenverantwortlichen zu beraten. „Die gucken sich die Kirche ganz kritisch an“, sagt Harms, gibt aber auch zu bedenken: „Unsere Kirche ist sehr offen und transparent, natürlich ist die Frage, wie man so ein Gebäude schützen kann. Wir wollen ja auch offen bleiben und nichts verbunkern.“ Einen Bewegungsmelder, der Lampen auslöst, die das ganze Grundstück beleuchten, gibt es bereits. „Den hatten wir nach dem zweiten Einbruch im vergangenen Jahr angebracht.“

Ein nächster Schritt ist auch bereits geplant: Die großen Kirchenfenster sollen eine Doppelverglasung bekommen. Die Kosten werden laut Harms im sechsstelligen Bereich liegen. Der Einbau einer Alarmanlage wird ebenfalls noch geprüft. „Es gibt da zwei Meinungen. Die einen wollen sie, die anderen sagen, es hilft ja eh nicht“, erklärt er.

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