Mundart ist wieder in Mode

Mundart ist wieder in Mode

„Kommunen wollen Plattdeutsch auf Ortseingangsschildern“ — das stand irgendwann mal ganz prominent auf der Titelseite der WZ. Einige Orte am Niederrhein möchten ihre Namen künftig auch in Mundart auf die Ortsschilder drucken lassen.

Ich finde die Idee super, ist es doch ein altes Kulturgut, das es zu pflegen gilt. Ich kann mich noch gut an meine Kindheit in der Eifel erinnern, wo Dialektsprechen an der Tagesordnung war und die Städter mit der Befürchtung um die Ecke kamen, dass wir Kinder vom Land dadurch massive Probleme in der Schule bekommen könnten — speziell im Deutschunterricht.

Das Gegenteil ist und war der Fall. Sonst würde ich diese Kolumne nicht schreiben können. Ich bin stolz und froh, dass ich den Dialekt meiner Vorfahren noch beherrsche. Gleichzeitig ärgere ich mich, dass ich das meiner Tochter nicht vermittelt habe. Sie versteht es, aber sprechen kann sie es leider nicht. Früher war es auch so, dass jede Familie in meinem Heimatdorf zum richtigen Namen zusätzlich einen Hausnamen hatte — natürlich in Mundart.

Mein Vater kennt sie noch alle und oft haben wir über Namen wie Gederts Erna, Feschich Ernst, Bayers (mit langgezogenem a) Jupp und so weiter. geschmunzelt. Es ist wichtig, diese Tradition zu erhalten und „Vletz fengt m´r bald op dat Ortseingangsscheld van Krieewel die „Sieweäverstadt“.

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