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Müllabfuhr & Co in Krefeld: So teuer wird es 2020

Gebühren : Müllabfuhr & Co: So teuer wird es 2020

Auf die Krefelder kommen mit dem neuen Jahr eine Reihe von Gebühren- und Tariferhöhungen zu. Viele Eintritte bleiben aber auch unverändert.

Auf die Krefelder kommen mit dem neuen Jahr eine Reihe von Gebühren- und Tariferhöhungen zu. Unter anderem die Abfall-, Friedhofs- und Straßenreinigungsgebühren werden steigen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, muss ebenfalls mehr zahlen. Dagegen halten die Stadtwerke ihre Strom- und Trinkwasserpreise stabil. Die Verbraucherzentrale rät dennoch, genau auf die Angebote der konkurrierenden Anbieter zu schauen. Hier ein Überblick der Kostensteigerungen im Jahr 2020 – und auch ein paar positive Überraschungen:


Öffentliche Verkehrsmittel Wer mit Bus und Bahn in Krefeld unterwegs ist, muss tiefer in die Tasche greifen: Die Ticketpreise im Bereich des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) sind am 1. Januar durchschnittlich um 1,8 Prozent angestiegen. Begründet wird dies mit gestiegenen Personal- und Energiekosten. Teurer wurden unter anderem 4er-Ticket (zum Beispiel von 10,50 auf 10,70 Euro in Preisstufe A), 10er-Ticket (von 22,60 auf 22,90 Euro in Preisstufe A), 24-Stunden- und 48-Stunden-Ticket. Auch der Preis für das Schokoticket für Schüler ist um 1,8 Prozent angehoben worden. Das gilt ebenso für Monatstickets – etwa beim Ticket 1000 für Erwachsene in der Preisstufe A, das jetzt 71,20 statt 69,80 kostet. Keine Erhöhung hat es aber bei Einzeltickets in allen Preisstufen gegeben. Auch das Vier-Stunden-Ticket, das Happy-Hour-Ticket, das Zusatzticket sowie das 4er-Zusatzticket sind preisstabil geblieben.

Abfall Die Ratsmitglieder haben in ihrer letzten Sitzung noch im alten Jahr eine Reihe von Gebührenerhöhungen beschlossen. Darunter auch die Abfallgebühren. Für die kleinste 60-Liter-Tonne müssen die Bürger nun 128,40 statt 119,28 Euro bezahlen. Für 120-Liter-Tonnen fallen statt 240,96 jetzt 259,44 Euro an. Auch große Container für Mehrfamilienhäuser werden entsprechend teurer. Wie Jürgen Pannenbecker, Sprecher des Kommunalbetriebs Krefeld, sagt, handelt es sich hierbei um den Endpreis für die Kunden. „Die Gebühren werden in jedem Jahr neu berechnet“, erläutert Pannenbecker. Unter anderem Lohnerhöhungen, Anschaffungskosten für neue Fahrzeuge sowie Zinsen und Abschreibungen fließen in die Berechnung ein. Unter anderem die um 2,47 Prozent gestiegenen Betriebskosten der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (GSAK) mussten berücksichtigt werden. Die GSAK kümmert sich im Auftrag des Kommunalbetriebs um die Einsammlung und Entsorgung des Abfalls.

Bestattungen Auch die Gebühren für die Bestattungen wurden neu kalkuliert. Die Sargbestattung kostet statt 977 nun 1011 Euro. Die Urnenbeisetzung kostet 330 statt 323 Euro. Der Kommunalbetrieb, der auch hier verantwortlich ist, kann zwar nach eigenen Angaben gestiegene Personalkosten durch die Senkung von Sach- und kalkulatorischen Kosten ausgleichen. Jedoch müssten die Kosten durch das Nutzungsverhalten anders kalkuliert werden: Die Verantwortlichen gehen für das Jahr 2020 von einer insgesamt leicht sinkenden Zahl der Bestattungen aus. Der Trend Urnenbestattungen werde aber anhalten und die Fallzahlen müssten entsprechend hochgerechnet werden.

Straßenreinigung Auch die Straßenreinigung fällt in das Ressort des Kommunalbetriebs und wird von Erhöhungen der Gebühren in etlichen Kategorien nicht verschont. Der Frontmeter einer Anliegerstraße in der höchsten Reinigungsklasse (siebenmalige Reinigung pro Woche; mit Gehweg), der bislang mit 68,60 Euro veranschlagt wurde, kostet Eigentümer beispielsweise nun 70,21 Euro jährlich. In der Klasse IV (einmalige Reinigung; mit Gehweg) 9,03 statt 8,82 Euro. Wie beim Abfall fallen auch hier unter anderem die gestiegenen Kosten der GSAK als Dienstleister für den Kommunalbetrieb ins Gewicht.

Abwasser Auch die Abwassergebühren wurden für das Jahr 2020 neu kalkuliert. Laut Kommunalbetrieb soll das veranschlagte Gebührenaufkommen aber die voraussichtlichen Kosten decken. Tatsächlich gibt es beim Schmutzwasser sogar eine leichte Senkung: Der Kubikmeter eingeleitetes Schmutzwasser kostet statt 3,39 nun 3,24 Euro. Die Gebühren für Niederschlags- und Grundwasser bleiben gleich.

Rettungsdienst Deutlich teurer geworden sind nach Beschluss des Rates bereits im November 2019 die Leistungen des Rettungsdienstes. Wer einen Krankenwagen (KTW) benötigt und auf den Kosten sitzen bleibt (also nicht mit einer Beteiligung der Krankenkasse rechnen kann), zahlt dafür jetzt 255,48 statt 200,15 Euro. Der Rettungswagen (RTW) kostet sogar 500,15 statt 381,26 Euro. Kommt der Arzt mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) dazu, werden noch mal 640,33 (464,43) Euro fällig. Die Stadt als Trägerin des Rettungsdienstes gibt als Begründung für die Steigerung verschiedene Faktoren an: Anstieg von Einsatzzahlen, Sach- und Personalkosten, der Einsatz eines zusätzlichen RTWs für Traar sowie die zusätzliche Bereitstellung eines KTWs an Samstagen.


Strom Stromkunden vieler Anbieter müssen 2020 mehr bezahlen. Nicht die Kunden der Stadtwerke. Die SWK halten die Preise. Dies gilt auch für Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser.

Kulturbetriebe Der Eintritt in die städtischen Museen bleibt unverändert. Mit einer Ausnahme: Seit dem 1. Januar dürfen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren die Museen kostenlos besuchen. Der Stadtrat hatte dies zunächst probeweise für ein Jahr beschlossen. Dies gilt auch für den Leseausweis in der Mediothek.

Sportstätten In den Schwimmbädern und Eishallen bleiben die Eintrittspreise gleich.

Steuersätze Freuen können sich auch Hausbesitzer und Betriebe: Die Grund- und die Gewerbesteuer sind nicht erhöht worden.