MSV-Kurve für KFC-Fans tabu

MSV-Kurve für KFC-Fans tabu

Sensibles Thema bei den Fans, Duisburg will Zebra-Block sperren. Entgegen der Aussagen der Stadt Krefeld laufen die Gespräche noch.

Krefeld. Die Dritte Liga war vielleicht nie näher als jetzt. Der KFC hat seine Gier nach Toren entdeckt, die Mannschaft funktioniert zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk und der offensichtlich einzige Konkurrent um die Meisterschaft in der Regionalliga West schwächelt.

Jeder Schritt in Richtung Relegation erhöht jedoch paradoxerweise den Druck auf den KFC, der keine geeignete Spielstätte für den Profifußball vorweisen kann. In dieser Gemengelage verkündet die Stadtverwaltung in Person von Dezernent Thomas Visser dem verdutzten Sportausschuss, dass der KFC im Aufstiegsfall in der Hinrunde das MSV-Stadion nutzen kann. Das stimmt aber nicht.

Jedenfalls noch nicht, denn Visser war da offenbar ein wenig voreilig. Die Gespräche mit dem MSV laufen und sie laufen gut, sind aber noch nicht abgeschlossen. Das bestätigt KFC-Pressesprecher Jan Filipzik auf WZ-Anfrage, auch, dass der KFC in seinen Unterlagen für die Lizenzerteilung für die Dritte Liga als Spielstätte die Schauinsland-Reisen-Arena eingetragen hat. Filipziks Pendant beim Zweitligisten, Martin Haltermann, sagt: „Die Gespräche laufen seit Wochen auf sehr seriöser Ebene. Bis Mitte Mai muss ein Ergebnis vorliegen, um alle Details dann umsetzen zu können. Zumal DFB und DFL ihre Spielpläne dann auch bald erstellen.“

Martin Haltermann, Sprecher des MSV Duisburg

Bestandteil der Treffen seien vor allem organisatorische und logistische Absprachen — das geht bis zu Fragen der Reinigung nach den Spielen und der Rasenpflege. „Für uns ist klar: Wir helfen einem Nachbarn gerne und unterstützen das Projekt. Klar ist aber auch, dass das Thema ein sensibles bei den Fans ist. Die MSV-Kurve soll die MSV-Kurve bleiben. Und mit 22 000 Zuschauern kommt der KFC ja auch prima über die Runden. Das hieße, die MSV-Kurve ist bei KFC-Spielen closed.“

Damit könnten die treuen KFC-Fans sicher gut leben. Wenn es denn tatsächlich hoch gehen sollte. In einer Stellungnahme zum am Mittwoch noch propagierten Deal zwischen dem MSV und dem KFC heißt es in einer Mitteilung der Stadt am späten Freitagabend: „Über den Stand der Verhandlung kann die Stadt Krefeld keine Auskunft geben, sie ist auch nicht beteiligt. Natürlich unterstützt die Stadt Krefeld den KFC bestmöglich bei seinem Vorhaben Dritte Liga.“