Blick nach Venlo: Moos-Wände absorbieren Schadstoffe in Klassenraum

Blick nach Venlo: Moos-Wände absorbieren Schadstoffe in Klassenraum

Gesündere Luft macht gesündere Kinder: In Krefelds Partnerstadt Venlo beweist die Zuidstroom-Schule einen grünen Daumen.

Nachhaltigkeit ist Trumpf — das hat die Stadt Venlo erkannt. Wer das neue Vorzeige-Verwaltungsgebäude der niederländischen Partnerstadt Krefelds kennt, der weiß: Hier ist Grün mehr als nur eine Farbe: Auf dem Dach produzieren Solarzellen Strom, die Pflanzenwand, die an der Fassade des zehnstöckigen Gebäudes emporwächst, reinigt die Luft in einem Umkreis von 500 Metern, das Gewächshaus im Innern liefert Wärme oder Kälte, je nach Bedarf („Hier ist Grün mehr als eine Farbe“, WZ vom 4. November 2017).

Cradle-to-Cradle — kurz: C2C — ist das Zauberwort, mit dem Venlo weltweit Maßstäbe setzt und nach dessen Prinzip nicht nur der Stadskantoor, sondern inzwischen auch eine Schule in Venlo konzipiert ist. Die WZ hat ein Kurz-Interview mit Koen Kemps, Schulleiter der Zuidstroom-Grundschule, geführt.

Herr Kemps, wie leben sie C2C an der Zuidstroom-Schule — was unterscheidet sie von anderen Grundschulen?

Koen Kemps: Die Wände aus Moos etwa absorbieren Schweiß und Schadstoffe und sorgen so für frische Luft in der Schule — das ist positiv für uns. Seit wir C2C-Schule sind, gibt es weniger Kinder, die krank sind. 2014 und 2015 waren es noch deutlich mehr.

Wie vermitteln Sie den Kindern an Ihrer Schule die Prinzipien von C2C?

Kemps: Wir haben verschiedene Aufgaben mit C2C oder Projekte. Die Kinder rechnen zum Beispiel damit, wie viel Energie wir durch Solarplatten produzieren.

Und wie gelingt es, dass die Schüler ihre Erfahrungen verinnerlichen und aus dem Schulalltag mit nach Hause nehmen?

Kemps: Kinder präsentieren ihre Projekte alle drei Monate ihren Eltern oder Großeltern, auch Personen aus der Nachbarschaft unserer Schule sind zu diesen Präsentationen willkommen.

Können Sie an der Entwicklung der Schülerzahlen sehen, wie das Nachhaltigkeitskonzept der Zuidstroom-Schule bei Eltern und Schülern ankommt?

Kemps: Unsere Grundschule besuchen aktuell 260 Kinder, das sind etwas mehr als vor einem Jahr, da waren es 251 Kinder. Das Klima in der Schule ist offenbar wichtig für Eltern. Vielen gefällt es auch, dass wir hier mit den Kindern intensiv zum Thema Nachhaltigkeit arbeiten.