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Monatelange Ermittlungsarbeit führt zur Kletter-Einbrecherbande

KRIMINALITÄT : So fasste die Polizei die Kletter-Einbrecher

Monatelange Ermittlungsarbeit führte die Polizei auf die Spur von vier Verbrechern. Ihr Ziel: Einfamilienhäuser und Villen.

Sie hatten einen klaren Plan. Menschenleere Häuser, hochwertige Immobilien waren ihr Ziel. Die Polizei hat Anfang Dezember eine Einbrecherbande gefasst, die für mindestens fünf Einbrüche im Krefelder Stadtgebiet verantwortlich sein soll. Zudem stehen die Männer im Verdacht, Einbrüche in Mönchengladbach und Kamp-Lintfort begangenen zu haben. Dabei sollen sie mehrere zehntausend Euro Beute gemacht haben. „Das waren schon Profis“, sagt Holger Sauren. Der Kriminalhauptkommissar war Teil des Teams der Krefelder Polizei, das die Bande Ende November überführen konnte.

Die Suche nach dem Auto
der Einbrecher beginnt

„Wir sind bereits im Sommer von den Kollegen einer anderen Polizeibehörde auf ein Fahrzeug aufmerksam gemacht worden, dass sich an diesem Tag auf dem Weg nach Krefeld befinden sollte“, berichtet Sauren. Die Info: Die Insassen sollen den Plan haben, einen Einbruch zu begehen. Es beginnt die Suche nach dem Fahrzeug, dessen Nummernschild und Aussehen die Beamten zwar kannten, „aber erstmal finden mussten“.

Mit Hilfe verdeckter Ermittlungsarbeit gelingt es den Beamten, das Auto und die Täter zu identifizieren. „Wir haben dann herausgefunden, dass die Täter immer nach dem gleichen Muster vorgehen“, sagt Sauren. Die Einbrecher nehmen nur hochwertige Häuser ins Visier. In einem Fall steigen sie sogar in eine Villa ein.

Der Weg in die Gebäude ist häufig der gleiche. „Die Täter sind durchs Dach in ihre Einbruchsziele eingestiegen.“ Oft hätten Mülltonnen oder andere einfach zu besteigende Gegenstände ausgereicht, um an die untersten Dachschindeln zu kommen, berichtet Sauren. „Dann wurden Dachziegel wegschoben und dann ging es von oben ins Haus.“ Störende Dämmung sowie Holzverkleidungen wurden mit Hilfe von Werkzeugen einfach entfernt oder durchstochen.

Erbeutet wurde alles, was wertvoll war. Geld, Schmuck, Uhren – „In einem Fall wurde auch ein Tresor geplündert“. Bei der Überwachung der Männer wird deutlich, dass mindestens drei Täter an den Einbrüchen beteiligt gewesen sein müssen. Direkt vor einer Tat oder bei einem Einbruch kann die Bande aber zunächst nicht von den Ermittlern gefasst werden. Als sich die Beweise gegen die Männer häufen, schlägt die Polizei dann doch zu.

Am 23. November machen sich die Täter in den Abendstunden auf den Weg nach Krefeld. Mit dem Ziel, den dritten Einbruch innerhalb von zwei Wochen zu begehen. An der Schwertstraße greift die Polizei dann zu. Widerstandslos lassen sich die Männer festnehmen. Im Auto der drei Gefassten werden Einbruchswerkzeuge gefunden. Und parallel ein vierter Tatverdächtiger in seiner Wohnung in Duisburg festgenommen. In einer Krefelder Wohnung finden die Beamten zudem Diebesgut, das einem Wohnungseinbruch an der Forstwaldstraße zugeordnet werden kann. Zwei Firmeneinbrüche und der Diebstahl von mehreren hundert Litern Diesel sollen ebenfalls auf das Konto der Vier gehen. „Die lange Arbeit hat sich ausgezahlt und wir sind froh, dass die Ermittlungen von Erfolg gekrönt sind“, sagt Sauren.