Mobiles Eis für die Rittberger-Halle

Eissport: Sportler starten auf mobiler Eisfläche

Vereine sehen nur Zeitgewinn und pochen auf eine schnelle politische Entscheidung. Kein Eiskunstläufer aus Krefeld nimmt an der Deutschen Meisterschaft teil.

In der Stadiongaststätte der Rheinlandhalle erkennt man noch die alte Zeit. Kühl ist es, rustikaler Charme herrscht in dem Raum hoch über den Eisflächen. Die städtischen Eishallen an der Westparkstraße sind in die Jahre gekommen. Und doch redeten die Vertreter des Krefelder Eissports, des Stadtsportbundes und der Verwaltung am Mittwoch hier über die Zukunft. Am Samstag, 15. Dezember, wird die Wiedereröffnung der Werner-Rittberger-Halle und der darin neu installierten mobilen Eisfläche gefeiert. Beim Tag des offenen Eissports mit dabei: Eiskunstläufer, Eishockeyspieler, Eisstockschützen.

Damit ist ein mehr als zwei Jahre dauernder Notstand vorbei. Die Vereine mussten in dieser Zeit sehr eng zusammenrücken. Notbetrieb herrschte in der Rheinlandhalle, die Werner-Rittberger-Halle war wegen Problemen an den Ammoniak-Rohren gesperrt und stand leer. Der Trainingsbetrieb für die Clubs, Bürger und Schulen war extrem zurückgefahren worden. Es gab etliche Ausfälle, öffentliche Eiszeiten beliefen sich auf nicht mehr als zwei Stunden pro Woche an einem Sonntag. Dank einer Zusammenarbeit mit der Seidenweberhaus AG konnten zumindest einige Trainingseinheiten auch mal in den König-Palast verlegt werden. Die Stadt hatte mit etwa 650 000 Euro den Kauf und Einbau der mobilen Eisfläche ermöglicht, die seit einem Monat nutzbar ist.

Vereine: Fläche kann
nur eine Übergangslösung sein

Um 10.30 Uhr öffnen die Türen der Werner-Rittberger- und Rheinlandhalle am 15. Dezember mit einem feierlichen Akt. Ab 11 Uhr wird es durch die Eissportvereine ein buntes Programm geben. Zudem bieten die Clubs Aktionen für Kinder an, darunter auch Eishockey für Mädchen. Die Eiskunstläufer zeigen einen großen Eröffnungstanz und bieten eine Mitmach-Rallye. Auch die Eisstockschützen präsentieren sich dem Nachwuchs. Wer selbst einmal die Schlittschuhe schnüren möchte, um ein paar Runden zu drehen, kann dies an diesem Tag kostenlos ebenfalls tun. Mit dem Schlussakt „Lichtermeer on Ice“ endet das Rahmenprogramm. 150 Kinder des Krefelder EV und des EVK gehen gemeinsam aufs Eis. Anschließend gibt es bis 19 Uhr noch Punktspiele der U13 und U15 des KEV zu sehen.

Die mobile Eisfläche verschafft den handelnden Personen in Politik und Verwaltung zunächst Zeit. Wohl aber sehen die Vereinsvertreter darin keine Dauerlösung. „Das ist ein Bekenntnis zum Eissport in Krefeld. Es kann aber nur eine Übergangslösung sein“, sagt Jens Sattler, Geschäftsführer des SSB. Barbara Wolf-Dohmen, Vorsitzende der Fachschaft Eissport, sagt über die maroden Sportstätten: „Da hilft auch keine Farbe mehr. Ein Neubau muss kommen. Es muss etwas passieren, mittel- bis langfristig.“ Widerspruch erntet sie nicht. Zustimmung erhält sie von Elmar Schmitz, Cheftrainer des KEV: „Eine politische Entscheidung muss ganz schnell her. Das Damoklesschwert schwebt über den Hallen.“ Cordula Meisgen, Vorsitzende des EV Krefeld, sieht in der mobilen Eisfläche ebenfalls nur „einen Zwischenschritt.“ Mit dem Tag des offenen Eissports sende man ein positives Signal hinaus nach all den Entbehrungen der Sportler und Anspannungen der Trainer: „Wir halten den Zeigefinger gehoben. Wir brauchen die Hallen unbedingt.“

Die fehlenden Eisflächen der vergangenen Jahre haben auch die Leistungen beeinflusst: Kein Einzelstarter für die Deutsche Meisterschaft im Eiskunstlauf in diesem Jahr. Und auch die Eisstockschützen lieferten schlechtere Ergebnisse ab, wie Dirk Meier vom EC Krefeld berichtet. „Wir sind krisenerprobt“, sagt Meisgen als Fazit. Doch dauerhaft wollen sich die Vereine damit nicht abfinden.

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