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Mit vielen Sprachen aufzuwachsen, ist eine Chance

Mit vielen Sprachen aufzuwachsen, ist eine Chance

Krefeld beteiligt sich an dem Landesprojekt „Lebendige Mehrsprachigkeit“, um für das Thema zu sensibilisieren.

In Nordrhein-Westfalen leben Menschen aus mehr als 190 Herkunftsländern. Auch in Krefeld gibt es viele Zuwanderer, die viele unterschiedliche Sprachen sprechen. Aus diesem Grund nimmt die Stadt als Modellkommune am Landesprojekt „Lebendige Mehrsprachigkeit“ teil.

Bei der Auftaktveranstaltung in der Museumsscheune Linn wies Bürgermeisterin Karin Meincke in ihren Grußworten auf die Wichtigkeit hin, Respekt allen Sprachgruppen gegenüber zu erweisen: „Ich habe den Eindruck, einem Französisch sprechendem Jugendlichen wird mehr Respekt entgegengebracht, als beispielsweise einem Rumänisch sprechenden.“

Der neue Fachbereichsleiter für Migration und Integration, Andreas Pamp, drückte im Anschluss seine Freude darüber aus, dass „ein solch schönes Projekt in Krefeld verwirklicht“ werde. Besuch war aus der neuen Landesregierung gekommen: Staatssekretärin Serap Güler kam zur Auftaktveranstaltung. Sie sicherte dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) für das Projekt weitere finanzielle Mittel für 2018 zu.

Timm Albers von der Universität Paderborn ist mit der Ausbildung von Lehrkräften betraut. In seinem Vortrag lieferte er die wissenschaftliche Grundlage dafür, dass Vielsprachigkeit gefördert werden müsse. Studien belegten, dass es keinerlei Nachteil bedeutet, mit mehreren Sprachen aufzuwachsen. Wichtig sei vor allem die Haltung den mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen gegenüber.

„Wir erleben zu oft, dass Primarschullehrer schon nach zwei Wochen die Kinder in ,Schubladen’ gesteckt haben“, moniert Albers. Denn zwei- bis dreifach so hoch sei die Zahl der Schüler aus Zuwandererfamilien gegenüber denen deutscher Herlimft, die an Förderschulen verwiesen werden, und das bei selbem Leistungsstand. Dass die Unterstützung im Elternhaus mangelhaft sei, werde einfach unterstellt. Es gebe noch viel zu tun, wobei das Miteinander des Elternhauses, der Bildungseinrichtung und anderer Institutionen gestärkt werden müsse, so das Fazit des Professors. Red