Mit dem möglichen Bau eines Trailer-Ports im Hafen sind die Bürger nicht einverstanden.

Protest : Linner gegen „Lkw-Wahnsinn“

Lärm, Schmutz und rücksichtsloses Verhalten im Verkehr: Mit dem möglichen Bau eines Trailer-Ports im Hafen sind die Bürger nicht einverstanden. Könnte eine alternative Trasse die Lösung bringen?

Die Linner Bürger fühlen sich bedroht. Und das äußern sie auch – leidenschaftlich und vehement. „Linn kocht vor Wut“ – Stopp dem Lkw-Wahnsinn!“ formulieren die Verantwortlichen des zuständigen Bürgervereins (BV) ihren Unmut. Rund 130 Menschen in der komplett besetzten Museumsscheune fordern geregelte Verkehrsführungen in ihrem Stadtteil und zwar vor dem Bau des geplanten Trailer-Ports, der zwischen B 288 und Wohngebiet an der Carl-Sonnenschein-Straße geplant ist. Er dient dazu, Ladung vom Lkw-Trailer per Kran auf die Schiene zu bringen und umgekehrt.

Vertreter aus Politik und Verwaltung auf dem Podium legen ihre Standpunkte dar. Eine Erzieherin der Kita Bromberger Straße sagt: „Bei uns donnern Lastwagen mit fremden Kennzeichen über rote Ampeln.“ Sie habe Angst um die Kinder. Ein anderer Bürger betont: „Die Zu- und Abfahrt des Trailer-Ports darf nicht über die Carl-Sonnenschein-Straße erfolgen.“ Weitere Einwände folgen: „Der Kreisel an der Floßstraße muss kommen.“ Und: „Was passiert mit dem Verkehr, wenn die A57 ausgebaut wird?“

Die Gefahren, die die Bürger befürchten, werden durch eine Karikatur des BV, der zu diesem „Scheunengespräch“ eingeladen hat, sichtbar: Zwei Lastwagen zerquetschen das historische Schild „Civitatis Linensis“ zwischen sich. Es geht den Bürgern auch um die Zerstörung und Verringerung von Lebensraum, -qualität und Eigentum durch Lärm, schlechte Luft, Gefahrgüter und Erschütterungen. Deshalb heißt es bei ihnen: „Stopp dem Trailer-Port.“

Die letzte Forderung mag Jürgen Hengst, Aufsichtsrat der Hafen Krefeld GmbH, „so nicht unterschreiben“, wie er sagt und erläutert, dass der Trailer-Port der kleinere Nachfolger des Transterminal Krefeld (TTK) sei, der 2014 gestoppt wurde. „Es gibt nun neue Überlegungen.“ Er betont, dass der Verkehr auf keinen Fall über die Carl-Sonnenschein-Straße, sondern auf einer Trasse parallel zur B 288 hin zum geplanten Kreisel an der Floßstraße fließen muss. Dort ist auch ein fünfter „Arm“ nur für den Verkehr des Trailer-Portes vorgesehen. Der Bau des Trailer-Ports bringe auch Vorteile, erklärt Hengst. „Lärmschutz kommt auf der kompletten Strecke mit einer über 400 Meter langen und sechs Meter hohen Wand, hinter der sich nicht nur der Port befindet, sondern auch der Eisenbahnverkehr.“

BV-Vorsitzende Ursula Giebels fordert: „Erst die Infrastruktur schaffen, bevor es neue Firmen-Ansiedlungen im Hafen gibt. Was in Linn ankommt, ist unerträglich. Was ist mit unserer schönen Heimat geplant? Wir wollen in die Vorhaben mit einbezogen werden.“ Joachim C. Heitmann (FDP): „Bisher ist in Krefeld kein politisches Gremium mit dem Port befasst. Auch wir haben keine Informationen. Die Stadt ist als Mehrheitsgesellschafter in der Pflicht, im Aufsichtsrat die Interessen der Bürger zu vertreten.“ Ohne Verkehrsgutachten könne der Trailer-Port nicht geplant werden, erklärt der Liberale weiter. „Wir müssen uns damit in den Ratsausschüssen befassen.“

Neue Lärmschutzwände
für den Bau sind geplant

Thorsten Hansen (Grüne) bestätigt: „Linn hat ein Verkehrsproblem. Auch durch die besondere Lage.“ Er erwähnt ebenfalls die neue geplante Lärmschutzwand, die viel abhalte. Aber: „Der Trailer-Port ist noch nicht beschlossen. Kommt er?“ Stefan Gahlke (CDU) findet: „Man muss nicht gleich ,Stopp` schreien. Der Hafen muss auch in Ruhe prüfen können. Die Nordanbindung zur Floßstraße muss schnell kommen.“

Stadt- und Verkehrsplaner Norbert Hudde berichtet von erledigten verkehrsregelnden Maßnahmen an Hentrichstraße und Hafenringstraße. „Der Kreisverkehr an der Floßstraße ist beschlossen, die Ausschreibungen werden vorbereitet. Die Mündelheimer Straße wird neu geplant und die Arbeiten an der Ampelanlage Düsseldorfer-/Hafenstraße besitzt oberste Priorität.“

Auf die letzte Maßnahme, so bemerken die Bürger, warten sie schon zehn Jahre.