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Meinung: Meyer muss diesmal kämpfen

Meinung : Meyer muss diesmal kämpfen

Krefeld ist olympisch. Längst. Die Schmidlas, Wellens oder Hindes’ haben zuletzt eine eindrucksvolle Visitenkarte unserer Sportstadt in Rio abgegeben und acht Medaillen an den Rhein geholt. Natürlich wäre Krefeld mit diesem sportlichen Potenzial, mit der Begeisterung und der Top-Location KöPa eine würdige Olympia-Stätte.

Aber an Krefeld ist zuletzt auch die Apotheke vorbeigerollt. Man kann zur Tour stehen, wie man will, aber das bleibt ärgerlich und peinlich. Darum ist es mehr als ein Pflaster auf dem wehen Knie, dass Krefeld, anders als etwa die Großstadt Wuppertal, zu den 13 potenziellen Ausrichtern gehört.

OB Meyer jedenfalls hat seine Lektion offensichtlich gelernt und stellt sich bedingungslos hinter die Bewerbung. Mehr noch, er kündigt an, er wolle um Olympia kämpfen. Gut so, das wollen wir sehen. Nicht weniger. Ob Krefeld sich im Verbund mit der Region Rhein-Ruhr am Ende im bundesdeutschen Wettstreit gegen Metropolen wie Hamburg oder Berlin durchsetzen kann, steht in den Sternen. Das entscheidet am Ende das Nationale Olympische Komitee.

Der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, hat vorsorglich schon mal mindestens das Engagement Hamburgs, dessen Bewerbung für die Spiele 2024 durch einen Bürgerentscheid gekippt wurde, angekündigt. Wer die größere Lobby hat, steht außer Zweifel. Vom internationalen Vergleich ganz zu schweigen.

Trotzdem, oder gerade deshalb, lohnt es sich zu kämpfen. Die Box-Wettkämpfe sind attraktiv, die Stadt wäre voller Gäste, die wirtschaftliche Wucht bis in die kleinste Kiosk-Kasse zu spüren. Und wir müssten nicht nach Düsseldorf fahren, um Spitzensport zu sehen.