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Fahrradfahren: Mehr Fahrradständer für die Innenstadt

Fahrradfahren : Mehr Fahrradständer für die Innenstadt

Händler und ADFC bemängeln immer wieder, dass es nicht genügend Fahrradständer in der Stadt gibt.

Krefeld. Im Oktober eröffnet an der St.-Anton-Straße Höhe C&A ein Supermarkt. „Wir freuen uns, dass mit Edeka wieder ein neuer Nahversorger kommt und Rad fahrenden Kunden wieder eine hochwertige zentrale Einkaufsmöglichkeit bietet, wie es früher im Horten-Kaufhaus der Fall war“, sagt Andreas Domanski,, Vorsitzender des ADFC Krefeld-Kreis Viersen. Gleichzeitig bedauert er aber, dass es „leider am neuen Standort kein ausreichendes Angebot an Fahrradabstellanlagen geben wird“.

Der Düsseldorfer Projektentwickler „Die Developer“ als Bauherr geht nach eigenen Aussagen davon aus, dass Kunden die „vorhandenen Abstellanlagen im öffentlichen Raum“ nutzen würden. Doch davon gibt es in der Innenstadt nur wenige. Auch Händler der Rheinstraße, wie zum Beispiel Lechner und Hayn, bemängeln immer wieder, dass es im Gegensatz zu anderen Städten in Krefeld nur wenig Parkmöglichkeiten für Zweiräder gibt. Die Kunden müssten ihre Fahrräder mit großen Schlössern an den Baumstämmen oder an Laternenmasten festmachen. Oder aber sie parkten die Räder vor den großen Schaufensterscheiben — was ein gewisses Risiko berge.

Auch für Michael Hülsmann als Fahrradbeauftragten der Stadt Krefeld könnten es noch ein paar Fahrradständer mehr sein. „Rund um das Forum wird es aber immerhin 50 neue Abstellmöglichkeiten geben.“ Das werden Fahrradbügel sein, die von beiden Seiten zu nutzen sind. Andreas Domanski fürchtet, dass das nicht ausreichen wird. „Nach unserer Beobachtung ist die einzige Abstellanlage in der Nähe (vor C&A) jetzt schon so stark frequentiert, dass es dort kaum freie Kapazitäten geben wird.“ Die Ansiedlung dieses Nahversorgers wäre die einmalige Chance gewesen, mit einer großzügigen Fahrradabstellanlage sonst womöglich Auto fahrenden Kunden aus der Nähe den Umstieg aufs Fahrrad schmackhaft zu machen, meint der ADFC-Vorsitzende.

„Wir stellen leider bei Neubaumaßnahmen mit hoher Besucherfrequenz immer wieder fest, dass Autostellplätze frühzeitig eingeplant werden, aber die Errichtung von Fahrradabstellanlagen oft vernachlässigt oder sogar erst nach Fertigstellung des Gebäudes in Angriff genommen wird“, sagt Domanski. In stark verdichteten Innenstadtlagen gehe dies meistens zu Lasten der Fußgänger, weil die Abstellanlagen dann auf den oftmals schon schmalen Gehwegen errichtet würden.

Grundsätzlich bestehe auch die Tendenz, dass Bauherren von größeren Objekten erwarten, dass zusätzlicher Bedarf an Fahrradabstellanlagen von städtischer Seite im öffentlichen Raum gedeckt wird, während die Stadtverwaltung den Bauherren zumindest mit in der Pflicht sieht. Da hofft Domanski bei weiteren Großprojekten in der Innenstadt, wie beispielsweise der neuen Ostwall-Passage der Wohnstätte, auf ein Umdenken.