Mehr als 20 Millionen Euro für die Region

Mehr als 20 Millionen Euro für die Region

Sparkasse Krefeld legt erneut starke Jahresbilanz vor. Geldinstitut wirkt Niedrigzins entgegen.

„Wir konnten dagegen halten und das macht uns schon stolz“, sagt Birgit Roos, die Chefin der Sparkasse Krefeld, stellvertretend für ihre Vorstandskollegen Markus Kirschbaum, Lothar Birnbrich und Siegfried Thomaßen. Dem Niedrigzins habe man sich in 2017 mit einem engagierten Provisionsgeschäft und einem guten Kostenmanagement entgegengestemmt.

Das Kundengeschäftsvolumen legte um 3,4 Prozent auf 13 554 Milliarden Euro zu, wodurch sich ein Bilanzsummenwachstum von 220 Millionen Euro auf 8,336 Milliarden ergibt. Für die Region bedeutet die Bilanz der Zweckverbandssparkasse einen Geldsegen. In Steuern und Förderprojekte fließen mehr als 20 Millionen Euro.

Der deutsche Sparer bleibt eher konservativ, das Zinsniveau tut sein übriges dazu, dass die Sparkasse einen unverändert hohen Zufluss liquider Mittel registriert. Die Kundschaft scheut in diesem Umfeld vielfach langfristige Kapitalanlagen. Gegen Negativ-Zinsen stemmt sich das Institut weiterhin. In der Summe wuchs das Kundenanlagevolumen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 6,667 Milliarden Euro. „Wir setzen auf ganzheitliche Beratung“, erklärt Roos.

In diesem Zusammenhang lobt der Vorstand ausdrücklich die Berater, denen es zunehmend gelänge, die Kundschaft von einer Anlagestrategie zu überzeugen, die gleichsam Vermögensbildung und -strukturierung als auch Zukunftsabsicherung respektive Altersvorsorge im Fokus behält. Während im Wertpapiergeschäft bei Direktinvestments in Aktien weiterhin die Zurückhaltung der 270 000 Privatkunden dominiert, verzeichnet die Sparkasse bei den Fonds eine erfreuliche Entwicklung. Erstmals wuchsen die Bestände in diesem Segment auf mehr als eine Milliarde Euro, genauer, 1,207.

Auf Rekordniveau von knapp einer Milliarde Euro im Jahr 2017 stiegen zudem die Zusagen im Kreditgeschäft (insgesamt über 5 Mrd.). Gewerbliche Kredite wachsen, die Nachfrage an Immobilien ist unvermindert hoch. 2017 entschieden sich mehr als 3000 Kunden, den Traum von den eigenen vier Wänden über die Sparkasse Krefeld zu finanzieren, das Zusagevolumen konnte auf 506 Millionen Euro gesteigert werden. Immobilien gelten derzeit als sichere Anlage.

Auffällig dabei: Nur ein Viertel investiert in Neubauten, der Rest geht in die Modernisierung oder den Erwerb von Bestandsimmobilien. Was die Preise in die Höhe treibt. Die Sparkasse beschäftigt selbst zehn Makler, die durchschnittlichen Kaufpreise stiegen um fast 30 000 Euro. Zurück zu den 20 Millionen für die Region. 5,5 Millionen flossen in kulturelle Sponsoring-Aktivitäten zum Beispiel beim Textilmuseum oder in Investitionen bei Sportclubs wie dem SV Fischeln und dem Crefelder Ruderclub. Auch der Zoo oder die Vorbereitung aufs Bauhaus-Jahr wurden unterstützt.

Zur Digitalisierung sagt Roos: „Wir werden uns niemals messen wollen mit einer Online-Bank, müssen immer beides anbieten. Und in beidem Profis sein.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung