Markus Meyer wurde durch einen Unfall zum Blutspender

Blutspendetag: Lebensretter ist er nach Lebensgefahr geworden

Markus Meyer spendet viermal pro Jahr Blut, denn nach einem Unfall benötigte er selbst Hilfe.

Geht es um die Notwendigkeit von Blutspenden, führen Fachleute oft Verkehrsunfälle an. In dieser Notsituation benötigen Ärzte häufig die Konserven, um die Patienten zu versorgen. Manchem kommt das vielleicht weit weg vor, nach dem Motto: Mir passiert schon nichts. Markus Meyer widerspricht solchen Aussagen, denn der Krefelder weiß um die Bedeutung von Blutspenden.  

Vor einigen Jahren sei er Opfer eines Verkehrsunfalls geworden, sagt der 53-Jährige. Schwer verletzt kam er ins Krankenhaus. Die Ärzte retteten ihn mit Bluttransfusionen. „Ich habe später im Behandlungsbericht gelesen, dass das notwendig war“, sagt Meyer. Zum Glück waren genug Reserven greifbar, das ist längst keine Selbstverständlichkeit.

Meyer will das ändern. Heute spendet er selbst Blut, dutzende Male ließ er sich die Nadel in den Arm stechen und füllte so einen der rettenden Beutel. Auch aufgrund seiner eigenen Geschichte findet er das „einfach wichtig“. Er spricht ruhig, aber eindringlich. Gerne tritt er für sein Anliegen ein. „Ich gehe alle drei Monate zur Blutspende nach Fischeln“, sagt der Immobilienhändler. Dabei sei er häufig verwundert, wie wenige Menschen da seien, um zu helfen. 30, 40 Personen kämen in vier Stunden. „Warum sind es nicht 100?“, fragt er sich manchmal.

Eigentlich sei es ja ein geringer Aufwand, sagt Meyer. Ihm gefällt vor allem das kommunikative Drumherum. Nach der Spende gibt es noch einen Snack. „Ich finde das schön, nachher Bockwurst mit Kartoffelsalat zu essen und ein nettes Gespräch zu führen“, sagt Meyer. Das sei sogar interessanter, als irgendwo gegen Geld zu spenden. „Mir geht es nicht um die paar Märkses“, sagt Meyer. Er sei von 25 Euro für eine Spende nicht abhängig. Manche private Anbieter zahlen solche Preise, ausreichend viele Freiwillige lockt das aber nicht.

Im Bekanntenkreis fühlt Meyer sich mit seiner Spendenmoral beinahe wie ein Exot. „Viele finden es zwar toll, dass ich mich so engagiere“, sagt Meyer, schiebt aber hinterher: „Für sie selbst ist die Blutspende aber leider kein Thema.“

Tatsächlich kann er sich vorstellen, woran es in vielen Fällen scheitert. Einigen sei die gute Stunde, die die Blutspende in Anspruch nehme, wohl zu lang. Daher wünscht sich Meyer, dass die Prozedur etwas beschleunigt wird. Ausweiskontrolle, Arztgespräch, Fragebogen – vielleicht könne man das zügiger gestalten, damit weniger Menschen den zeitlichen Aufwand scheuen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung