Marktplatz bleibt das Sorgenkind der Uerdinger

Krefeld hautnah : Marktplatz bleibt das Sorgenkind

Bei der WZ-Veranstaltung Krefeld hautnah wird der Standort heiß diskutiert.

Bleibt der Wochenmarkt auf dem Platz Am Röttgen oder soll er zurück auf den Historischen Marktplatz ziehen? Was passiert überhaupt künftig mit diesen beiden Bereichen? Die Vorstellungen der Bürger gehen bei der WZ-Veranstaltung „Krefeld hautnah“, in Kooperation mit der Sparkasse, auseinander.

Redaktionsleiter Michael Passon kann rund 50 interessierte und aufmerksame Besucher begrüßen, die oft leidenschaftlich miteinander diskutieren. „Es ist Ihre Veranstaltung“, sagt Passon zu den Besuchern und fordert sie zum Mitreden auf. Dabei  kündigt er den verantwortlichen Amtsinhabern an: „Wir fragen alle zwei Wochen nach, ob und was passiert ist.“

Zum Wochenmarkt sagt Ulrich Lohmar, CDU-Sprecher in der zuständigen Bezirksvertretung: „Die Einkaufstasche ist der Kofferraum. Am liebsten würden die Leute am ,Drive-in`-Stand vorfahren und die Kartoffeln holen.“ Demnach sei der Standort  Am Röttgen – zumal auch die Marktbeschicker dort bleiben wollen – richtig. „Auf der anderen Seite würde der Markt vor dem Rathaus die Gegend beleben. Es ist ein Spagat.“

Besucher Andreas Zühlke findet, diesen Markt als bewirtschafteten Parkraum zu belassen, bedeute nur Kapital daraus zu schlagen. Die Marktleute argumentieren unter anderem damit, dass sie am Historischen Marktplatz keine Möglichkeit haben, ihre Lkw zu parken und befürchten, dass die Leute den Weg zu ihnen scheuen. Lohmar: „In Moers gehen die Leute noch weiter und es funktioniert.“ Die umliegende Gastronomie habe kein Interesse, den Historischen Marktplatz zu bespielen. Hans-Dieter Daniels erklärt aus dem Publikum: „Übernehmen Sie die Haftung, wenn ein Kellner auf dem Weg überfahren wird? Am Röttgen ist der beste Standort. Bus, Bahn und Taxi halten dort.“

Doch dieses Thema, den Platz mit Parkplätzen und Geschäftshäusern zu bebauen, scheint vom Tisch. „Durch die Nähe zum Rhein mit Treibsand und nötigem Flut-Tor ist das zu teuer.“ Mit Geld aus dem Bund-Länder-Förderprogramm sollen nun Fachleute ein Marktkonzept als Grundlage für weitere Verhandlungen erarbeiten. „Das dauert ewig“, sagt Besucher Helmut Krämer. Stadtplaner Karl Werner Böttges weiß: „Eine Verlegung ist grundsätzlich möglich.“

Ideenwettbewerb
für Am Röttgen läuft

Während es einen Ideenwettbewerb für den Bereich Am Röttgen geben wird, beinhaltet das Parkraumkonzept alleine für Uerdingen bereits jetzt 160 Seiten. Böttges: „Es wird eine Zweiteilung vorgeschlagen. Einmal für den historischen Ortskern: Hier parken die Anwohner kostenlos, Besucher zahlen.

Von Wallgarten bis Mündelheimer Straße haben die Anwohner Ausweise.  Geschäftsleute können gegen einen Obolus pro Jahr einen Ausweis kaufen und den ganzen Tag parken. Besucher ziehen ein Ticket. Beispiel für den Bahnhof: 30 Minuten sind frei, 24 Stunden kosten vier Euro und 30 Tage 35 Euro.“ Passon fragt: „Wie lange dauert die Einführung?“ Für die Info „Die Durchführung dauert wohl bis Ende 2019“, gibt es Gelächter im Publikum.

Wilfried Dörnemann bemängelt, dass er mit dem Fahrrad komplett um die Stadt herum geführt wird. „Darf man nicht durch die Ober- und Niederstraße und nicht über den Damm fahren?“ Lohmar erklärt, dass die beiden Straßen Fußgängerzonen sind und der Damm bei Freigabe dann auch leider von Rennradfahrern genutzt werde.

Dafür hat Böttges eine gute Info: „Ein Radweg von Düsseldorf über Meerbusch und Uerdingen bis Duisburg ist in der Planung.“

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