Marek Fis als Ostblock-Latino — einfach unerträglich

Marek Fis als Ostblock-Latino — einfach unerträglich

Bei dem Comedian stehen Klischees, abgestandene Witze und Lukas Podolski hoch im Kurs. Der Applaus war eher spärlich.

Krefeld. Freitagabend war das Niveau in der Kulturfabrik unterirdisch. Der polnische Comedian Marek Fis präsentierte vor ausverkaufter großer Halle sein Programm „Ostblocklatino — Ein Pole legal in Deutschland“. Über die Besucher, etwa die Hälfte selbst mit polnischen Wurzeln, freute sich Marek Fis: „Über 400 Leute — ich habe mehr als Gottschalk live.“

Durch Auftritte in Fernsehsendungen wie dem Quatsch Comedy Club, Nightwash oder Cindy und die jungen Wilden ist er bekannt geworden. Seine Markenzeichen sind neben dem polnischen Akzent seine typische graue Jogginghose und das rote T-Shirt mit dem Aufdruck „Polska“ und dem Wappen der Republik Polen mit goldgekröntem weißem Adler.

Erwartungsgemäß war der Abend gespickt mit Polen-Klischees, wie: „Kommen Sie zur Fußball-Europameisterschaft nach Polen, Ihr Auto ist schon da.“ Besonders am Herzen liegt dem Stand-up-Comedian der Alkohol. 0,3 Liter Wodka sind für ihn ein Kurzer.

In erster Linie teilt Marek Fis jedoch aus. Gleich zu Beginn seines Bühnenauftritts beschimpft er den Tontechniker als „Opfer“, da der das falsche Lied spielt und das Mikrofon auf die Größe eines Italieners eingestellt habe. Beschimpfungen sind das Kernanliegen des Künstlers. Grenzen kennt er dabei keine. Für ihn sieht Fußballer Mesut Ozil aus wie ein Goldfisch aus der Mikrowelle, Lukas Podolski ist ein dummer Analphabet und Cindy aus Marzahn nennt er einen dicken Mann.

Seine platten Witze werden von Teilen des Publikums mit Lachern, aber wenig Applaus belohnt. Dargeboten wird alles was inkorrekt ist. Besonders wohl fühlt sich Marek Fis unterhalb der Gürtellinie. Mit seinen Versuchen, Witze über Adolf Hitler oder die „Döner-Morde“ zu machen, überschreitet er die Grenze des Erträglichen.

Auch wenn sich über Humor streiten lässt, bleibt festzuhalten, dass Marek Fis in seiner gut anderthalb Stunden langen Show keinen „roten Faden“ erkennen lässt, der sein Programm entwirren könnte.

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