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Malteser übernehmen das St. Josefshospital

Malteser übernehmen das St. Josefshospital

Krankenhaus bleibt in konfessioneller Trägerschaft. Duisburger wollen investieren. Kündigungen sind nicht vorgesehen.

Krefeld. Die Übernahme des St. Josefshospitals in Uerdingen durch die Malteser St. Anna gGmbH ist zum 1. April geplant. Die Malteser Betriebsgesellschaft mit Sitz in Duisburg übernimmt die Trägerschaft von der St. Franziskus-Stiftung Münster. Unter deren Dach steht das Krankenhaus seit 2005. Damit bleibt das St. Josefshospital Uerdingen eine katholische Einrichtung in konfessioneller Trägerschaft. Das hat die Geschäftsleitung gestern Abend mitgeteilt.

„Zusammen mit dem Josefshospital ergibt sich eine zukunftsorientierte Versorgungsstruktur für die Patienten in der Region Duisburg-Krefeld. Wir werden als neue Trägerin das Hospital in großer Verantwortung führen und weiterentwickeln — so, wie wir dies mit unseren Häusern in Duisburg-Huckingen und Duisburg-Homberg bereits tun“, betont Dr. Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer der Malteser Deutschland und der Malteser St. Anna gGmbH.

Durch die Übernahme des Uerdinger Krankenhauses entstehe gemeinsam mit den beiden Standorten des Malteser Klinikums Duisburg ein Versorgungsdreieck mit einem umfassenden, hoch qualifizierten Leistungsangebot. Nach abschließender kartellrechtlicher Prüfung wird in der Übergangszeit bereits das Management des St. Josefshospitals durch die Malteser unterstützt.

Durch den sich seit Jahren verschärfenden wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser sei es insbesondere in wettbewerbsintensiven Regionen notwendig, größere Einheiten in regionalen Gesundheitsnetzwerken zu bilden. Darauf weist Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Münster hin.

Die enge Integration in ein unmittelbar regionales Umfeld, wie sie die Malteser am Niederrhein bieten, bringe für das St. Josefshospital eine zukunftssichere Positionierung und erhebliches Potenzial für eine dauerhafte Standortentwicklung mit sich. Gewährleistet bleiben so, laut Goedereis. das sehr gute medizinisch-pflegerische Angebot und der Status des Krankenhauses als katholische Einrichtung in konfessioneller Trägerschaft. Ob es künftig auch wieder eine Geburtshilfe in Uerdingen geben wird, ist noch nicht entschieden.

Die Abteilungen in Uerdingen sollen künftig in dem Netzwerk eine übergreifende Versorgungsfunktion einnehmen; zu diesem Zweck werden die Malteser in Medizintechnik und bauliche Infrastruktur investieren. Zu Verlagerungen oder Schließung von Abteilungen wird es laut Aussage von Graf von Harnoncourt nicht kommen. Auch die Arbeitsverträge gehen auf die neue Trägerin über, Kündigungen sind trägerwechselbedingt nicht vorgesehen.

Beide Krankenhausträger sind seit längerem partnerschaftlich verbunden und beabsichtigen, künftig in verschiedenen Leistungsbereichen im Rheinland zu kooperieren.