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Malerei: Malerei zwischen Handwerk und Glauben

Malerei : Malerei zwischen Handwerk und Glauben

Adiam Hailesillassie ist tief gläubig, Friseurin und Geistheilerin. Bis zum 3. August stellt sie eine Auswahl ihrer Werke im 35Blumen aus.

Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde, als das bloße Augen sehen kann, für manche Menschen vielleicht auch mehr, als der Verstand begreifen, die Wissenschaft erkunden oder die Philosophie durchdringen kann. Spiritualität ist immer eine Sache des Glaubens und eigentlich etwas sehr Privates. Doch kann die innere Einstellung, die Weltsicht oder der Glaube, den ein Mensch hat, auch nach Außen getragen werden, insbesondere wenn einer kreativ schöpfend tätig ist.

Hailesillassie stammt aus Eritrea, kam aber als Kind nach Krefeld

Die 1974 in Eritrea geborene, aber seit ihrem elften Lebensjahr in Krefeld aufgewachsene Friseurmeisterin Adiam Hailesillassie ist sehr gläubig. Doch diesen Glauben an Jesus – sie betont, dass es ihr ganz explizit um ihn geht – lebt sie auf verschiedene Arten nach Außen aus. Neben ihrer Tätigkeit als Friseurin und Geistheilerin – gibt man ihren Namen in eine Suchmaschine im Internet ein, so taucht alsbald ihre entsprechende Website auf – drückt sie ihre Schöpfungskraft in Malerei aus.

Diese Malerei, die stilistisch zwischen verschiedenen Welten zu wandeln scheint, stellt sie nun in dem Ausstellungsraum 35Blumen (Zum Alten Grünen Weg) aus. Dort hängen neben dekorativ anmutenden gegenstandslosen – das heißt losgelöst von realen Gegenständen – Kompositionen mit Farbschichtungen, die aber auch unterschiedliche Stile zu zitieren scheinen, auch zwei Porträts. Bei einigen Werken mag man sich an Hieroglyphen erinnert sehen, bisweilen in starken plakativen Farben gehalten auch mal mit Gold, andere wiederum ziehen den Betrachter in eine dunklere Welt. Beispielsweise ein in grau-braun gehaltenes Werk.

Eines der beiden Porträts, vor denen sich Hailesillassie fotografieren ließ, strahlt zeitgleich auch eine dunkle, düstere Energie aus. Ein mit zügigem Pinselstrich skizziertes Gesicht, bei dem die Augen durch dunkle Übermalung „erblindet“ sind.

Die Malerin wurde von Flüchtlingen inspiriert

Ein Symbol für die Blindheit unserer Gesellschaft; die Malerin selbst erklärt, dass sie durch die Situation von Flüchtlingen inspiriert worden ist. Etwas, was sich auch in ihrer Biografie spiegelt, denn Hailesillassie kam als Kriegsflüchtling nach Krefeld.

Das andere Porträt in dieser kleinen Ausstellung ist wiederum ganz anderer Natur, strahlt eine luftige Leichtigkeit aus. Auf pastelligem Blaugrau – indes auch in Öl auf Leinwand gemalt wie die anderen Exponate – lächelt sanft ein Mann, den Blick seitlich aus dem Bild richtend. Mit zügigen Pinselstrichen ist hier Jesus abgebildet, erklärt die Malerin.

Und damit kehren wir zurück zu dem Glauben, der sie in ihrer Arbeit emphatisch inspiriere, sagt Hailesillassie. Diese Energie strahlt sie auch aus.