Malaktion: Aus grau mach bunt

Malaktion: Aus grau mach bunt

Schüler von Fichte- und Arndt-Gymnasium verzieren die Stromkästen in der City mit farbenfrohen Motiven.

Mitte. Fichte- und Arndt-Gymnasium verschönern zusammen die Stadt. Schüler beider Schulen gestalten drei Stromkästen der Telekom an der Lindenstraße und an der Dionysiusstraße bunt mit unterschiedlichen Motiven und gehen so gegen das Grau-in-Grau sowie hässliche Schmierereien vor. „Schön bemalte Flächen werden selten noch mal mit etwas Ekeligem übersprüht“, sagt Ideengeber und Organisator Klaus Menzer und hofft, dass dieses Projekt etwas zur Verschönerung der Stadt beiträgt.

Der SPD-Politiker, der das Projekt mit seiner Fraktion angestoßen hat, findet, dass die in ganz Krefeld verstreuten grauen Kästen nicht besonders hübsch aussehen. Das möchte er ändern. Und da er kreative Graffitis mag, ist er mit dieser Idee an die Krefelder Schulen herangetreten. Dabei wurde den Schülern allerdings keine komplett freie Wahl gelassen, was die Muster auf den Kästen angeht. Die Teilnehmer mussten ihre Entwürfe zunächst bei der Telekom einreichen. Das Unternehmen entschied dann, ob die Zeichnungen mit den Richtlinien übereinstimmen. Verboten sind beispielsweise Peace-Zeichen, da diese laut Telekom über deren politische Sichtweise Auskunft geben. Darum verwendeten die Schüler keine Darstellungen mit politischen Hintergründen oder mit menschenrechtsbezogenen Themen.

Foto: Lothar Strücken

Klaus Menzer, Ideengeber zu den Sorgen der Schüler vor möglichen Stromschlägen

In dem Dreivierteljahr der Vorbereitung befragten Klaus Menzer und seine Mitstreiter die Krefelder Schulen und Institute, ob sie denn interessiert wären, an dem Projekt teilzunehmen. „Die Suche nach Interessenten hat die meiste Zeit in Anspruch genommen. Erst mussten wir nämlich die Lehrerinnen und Lehrer fragen, ob sie das Projekt freiwillig leiten wollen“, sagt Menzer. Manche Schulen seien so begeistert von dem Projekt gewesen, dass sie sich zusammengetan haben, um mehr Stromkästen verzieren zu können — wie etwa das Fichte- und das Arndt-Gymnasium. „Sie haben sich so darüber gefreut, dass sie uns Organisatoren die Arbeit extrem erleichtert haben“, freut sich Klaus Menzer.

Zunächst hatten sich insgesamt sechs Schulen als Interessenten gemeldet. Allerdings haben nur zwei von ihnen das Projekt im Juli angefangen. Die restlichen Schulen haben das Spray- und Malvergnügen in den Herbst verschoben, da sie nach den Sommerferien mehr Zeit dafür finden werden. Daher sind derzeit erst drei Stromkästen fertig.

Doch vor dem Start hatten die Schulvertreter Fragen an die Organisatoren. Sie wollten wissen, wie es mit Versicherungen und der Gefahr durch Stromschläge aussieht. „Das war erst ein Durcheinander, aber wir konnten sie schnell wieder beruhigen, da sich die Stromkästen auf öffentlichen Plätzen befinden. Also konnte es sich nicht um etwas Gefährliches handeln.“ Und dann waren die Schulen endgültig dabei.

Dann dauerte es noch etwas, bis Menzer und Co. alle Schaltkästen der Telekom identifiziert hatten. Doch nachdem sie alles mit der Telekom und den Schulen abgeklärt hatten, begann der Spaß mit den Farben.

Die Schüler zeichnen nun verschiedenste Muster und Malereien. Da schwimmen farbenfrohe Fische im blauen Meer, es gibt bunte Landschaften mit Fantasiefiguren und Porträts von Menschen.