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Kulinarisches: „Märkte für Genießer“: Streetfood auf der Königstraße

Kulinarisches : „Märkte für Genießer“: Streetfood auf der Königstraße

20 000 Besucher haben am Samstag Erdbeerburger, Fingerfood aus Eritrea oder Tapas probiert.

Krefeld. Kaum zu glauben, was eine simple Kartoffel für einen Hype auslösen kann. „Don Patata“ gart die alt bewährte Knolle in einem speziellen Ofen, peppt sie mit frischen saisonalen Produkten auf und schon reißen sich alle um die sonst verpönten Kohlenhydrate. Zum elften Mal lud die Werbegemeinschaft am Samstag zu der Veranstaltung „Märkte für Genießer“ ein. Und zum zweiten Mal verwandelte sich die schicke Königstraße in eine angesagte Streetfood-Meile.

Kulinarisches: „Märkte für Genießer“: Streetfood auf der Königstraße

An 14 Foodtrucks und Ständen konnten es sich die Besucher kulinarisch gut gehen lassen. Und sie kosteten es mit allen Sinnen aus. Den Wettstreit entschied ganz klar der Geschmackssinn für sich. Für ihn muss der Krefelder Gourmet-Tag ein wahrer Feiertag sein. Gucken und schnuppern mag ja auch ganz schön sein. Alles sieht fantastisch aus und duftet verführerisch. Das Problem ist: Man kann nicht alles essen. Eine Entscheidung muss fallen. Zum Beispiel für Flammkuchen. Den lässt sich die Krefelderin Ursula Schürkötter schmecken, „aber nur, weil die Schlange bei den Tapas zu lang war“. Ihre Cousine Sigrid Skuppin ist aus Niedersachsen zu Besuch und „unheimlich überrascht, was es alles zu sehen gibt“.

Von längeren Wartezeiten lassen sich eingefleischte Burgerfans nicht abschrecken. Stolze 9,40 Euro kostet der kreative Erdbeerburger. „Das ist mir zu experimentell“, urteilt Universitätsdozent Robin Aust und bestellt einen saftigen Baconburger.

Kulinarik-Profi Volker Koppenhagen kommt beim Live-Cooking auf der Aktionsbühne ganz schön ins Schwitzen. Alle Zutaten für seine asiatisch angehauchten Garnelen mit grünem Spargel und Mango hat er frisch vom Wochenmarkt um die Ecke, seine Interpretation von regionaler Küche. Das fertige Ergebnis wechselt schneller den Besitzer als er kochen kann.

Im Schwanenmarkt-Center verkauft Hartmut Janßen die aus Österreich frisch eingetroffene erste Lieferung exklusiver Obstler. „Viele Kunden kennen die Obstbrennerei aus ihrem Urlaub und freuen sich, deren Produkte jetzt auch in Krefeld zu bekommen“, sagt der stellvertretende Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Auch Marcus Stocks ist glücklich. Der Inhaber der Agentur „Nimm 3“, hat den Gourmet-Tag für die Werbegemeinschaft organisiert und freut sich über das gute Gelingen. „Das Wetter ist herrlich und für die Party, die um 16 Uhr steigt, hatten wir mittags auf Facebook schon über 2000 Zusagen.“

Die Besucher essen und trinken, sie genießen die Sonne in den aufgestellten Liegestühlen und so manch einer nutzt den Tag auch zum Shoppen, vor allem mit Blick auf den nahenden Muttertag. Marcus Stocks schätzt die Besucherzahl insgesamt auf 20 000.

Sein Tipp für Leckerschmecker ist das Fingerfood aus Eritrea, zubereitet von Nasret Tekleyes. „Injera ist ein Fladenbrot aus Sauerteig“, erklärt sie. „Dazu gibt es Kilwa Berei, scharf gebratenes Rindfleisch.“ Für Rita Wetzels sind solche Gerichte nicht ganz ungewohnt. „Ich war schon vor 30 Jahren in Äthiopien“, erzählt sie. „Da war das Essen aber entschieden schärfer.“

„Die Königstraße zeigt sich heute von ihrer schönsten Seite“, sagt Oliver Reiners, Sprecher der Interessengemeinschaft Königstraße. Pünktlich zum Fest haben die Geschäftsleute ihrer Straße Blumenampeln spendiert. „76 Ampeln mit jeweils acht Geranien“, weiß Stadtmarktsprecher Tim Peerenboom ganz genau. Er hat sie gepflanzt und hofft jetzt auf üppiges Wachstum bis in den Spätherbst hinein. „Märkte für Genießer“ — ein Fest für alle Sinne. Auch wenn einer ganz klar im Vorteil ist.