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Märchenausstellung in der Burg Linn

Ausstellung : Es war einmal in der Burg Linn . . .

Am Sonntag wird eine Märchen-Ausstellung eröffnet. Schirmherr ist Fantasy-Bestseller-Autor Bernhard Hennen.

Es war einmal . . . Mit diesen magischen Worten beginnen die meisten Märchen. Sie erzählen Geschichten von schönen Prinzessinnen und von bösen Hexen, von tapferen Prinzen und dem gefräßigen Wolf. Und sie faszinieren Kinder und Erwachsene bis heute – mittlerweile auch in Form von Fantasy-Geschichten. Diesem Thema hat das Museum Burg Linn seine neue Ausstellung gewidmet, die am Sonntag, 5. Mai, eröffnet wird. Sie trägt den Titel „Sagenhaft! Zauberhaft! Märchenhaft!“

„Ralf Stefan ist als ehrenamtlicher Kurator quer durch Europa gereist, um die Exponate zusammenzubekommen“, fabuliert Museumsleiterin Jennifer Morscheiser bei der Vorstellung der Konzeption. Die drei goldenen Haare des Teufels gehören ebenso dazu wie das Hexenhaus aus Hänsel und Gretel und die Spindel, an der sich dereinst Dornröschen stach – sogar ein Tropfen Blut haftet noch an der Spitze. Einzig die gläsernen Schuhe von Aschenputtel fehlen, denn die sind leider beim Transport zerbrochen.

Märchen-CD wird
gerade produziert

Nicht nur die Museumsleiterin hat offenkundig viel Spaß an der Ausstellung, auch ihr ganzes Team war bei der Vorbereitung mit Feuereifer bei der Sache. Hausmeister Peter Winkmann hat als gelernter Bäcker die Schindeln für das Hexenhaus gebacken. Inge Reuter wird ihren Einsatz als Märchentante verstärken. Die Idee zu einer eigenen Märchen-CD, die gerade produziert wird und in der Schau zum Einsatz kommt, wurde im Haus entwickelt. Hinzu kam Hilfe von außen. So stammen Wolf, Rabenkrähe und Uhu aus dem Museum Mensch und Jagd in Brüggen. Die Mediothek richtet ein zusätzliches Leseregal ein. Und Annett Zander hat das Plakat zur Ausstellung entwickelt, das so humorvoll mit Märchenklischees spielt wie die Schau selbst. Darauf zu sehen ist ein Jäger, der mit einer Märchenbuchlektüre die nächsten Trophäen recherchiert, während an der Wand die Köpfe von Rapunzel, Zwerg und Froschkönig hängen.

Als Schirmherr konnte ein Mann gewonnen werden, der sich mit Märchen und Fantasy bestens auskennt: Der Krefelder Schriftsteller Bernhard Hennen, dessen Elfen-Sagen die Bestsellerlisten stürmten, lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, in der Ritterburg seiner Kindheit Bücherlesungen anzubieten. Er selbst nennt sich einen „Märchenonkel der modernen Literatur“, die Märchen selbst seien in einer Welt der Unwägbarkeiten „Balsam für die Seele“, denn sie lassen auf ein gutes Ende hoffen.

Frau Holle schüttelt vom Burgturm die Federbetten aus. Foto: Stücken, Lothar

Auch die Ausstellung ist
ein Augenschmaus

Märchenbücher sind oft „ein Augenschmaus“, sagt Ralf Stefan. Das gilt auch für die Ausstellung, in der es für Kinder und Erwachsene viel zu entdecken und teils auch mitzumachen gibt. So hängt eine ganze Kleiderstange voller Prinzessinnenkleider, die auch gerne anprobiert werden dürfen.

Apropos: Warum eigentlich wollen viele Mädchen unbedingt Prinzessin werden? Warum war die Hexe früher immer böse, ist spätestens seit Hermine Granger aber cool? Und warum sitzt die Angst vor dem bösen Wolf immer noch in vielen Köpfen fest? Auch solche Fragen werden in der Ausstellung angesprochen.

Museumsleiterin Jennifer Morscheiser wollte übrigens nie Prinzessin werden. Denn diese Rolle war ihr zu langweilig. Viel lieber wollte sie wild wie Ronja Räubertochter durch die Wälder tollen.