Made-in-Krefeld-Weihnachtsmarkt soll größer werden

Pläne der Stadt : Made-in-Krefeld-Weihnachtsmarkt soll größer werden

Die Stände mit lokalem Angebot sollen ab 2020 die gesamte Fläche rund um die Dionysius-Kirche einnehmen. Für einen traditionellen Weihnachtsmarkt wird ein anderer Standort in der Krefelder Innenstadt gesucht.

Der Stadtrat berät am Donnerstag neben dem kommunalen Haushalt für das nächste Jahr ein weiteres wichtiges Thema: die Zukunft des Krefelder Weihnachtsmarkts. Die Verwaltung schlägt eine Teilung vor: An der Dionysius-Kirche soll es künftig ausschließlich den Made-in-Krefeld-Markt geben. Für Freunde traditioneller Angebote soll ein neuer Standort eingerichtet werden. Für diesen Markt wird ab Anfang 2020 ein Veranstalter gesucht. Die Pläne im Detail:

Warum hat die Verwaltung diesen Vorschlag nun unterbreitet? 2015 hatte die Stadt dem Unternehmen „Thommessen Christmas Event“ für fünf Jahre die Konzession erteilt, den Krefelder Weihnachtsmarkt durchzuführen. Der Vertrag läuft in diesem Jahr aus und enthält keine Option, verlängert zu werden. Daraus ergeben sich für die Stadt zwei Möglichkeiten: Sie kann den Weihnachtsmarkt selbst ausrichten oder mit einer europaweiten Ausschreibung einen neuen Betreiber suchen. In dem Vorschlag für den Stadtrat kombiniert sie beide Möglichkeiten.

Was ist für den Platz rund um die Dionysius-Kirche geplant? Seit 2017 gibt es den Made-in-Krefeld-Markt. Er ist geprägt von modernen Hütten und einer ebensolchen Beleuchtung. Die Produkte und das Kunsthandwerk, die dort angeboten werden, stammen aus Krefeld und der Region. Die mehr als 40 Aussteller sind damit besondere Botschafter ihrer Stadt. Der Markt kam in seinem Premierenjahr so gut an, dass er 2018 und 2019 wiederholt wurde. Eine Passantenbefragung bestätigte laut Verwaltung den positiven Eindruck.

Bisher ist der Made-in-Krefeld-Markt nördlich der Dionysius-Kirche beheimatet, künftig soll er auch auf dem südlichen Teil zu finden sein. Auf dem dann größeren Markt soll es gastronomische Stände, Angebote für Kinder und mehr überdachte Bereiche geben – immer mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit, Qualität und Regionalität. Im städtischen Haushalt für 2020 sind 170 000 Euro vorgesehen, um weitere Hütten anzuschaffen und für die beschriebene Atmosphäre zu sorgen.

Wie soll das andere Angebot aussehen? Die erwähnte Ausschreibung ist für einen Markt an einem anderen Ort in der Innenstadt geplant. Der Vorschlag der Verwaltung enthält als Beispiel den Platz an der Alten Kirche. Der Markt soll sich „auf Angebote traditioneller Weihnachtsmärkte“ konzentrieren und zur gleichen Zeit wie der Markt an der Dionysius-Kirche stattfinden, um zwei Anreize zu bieten, im Advent ins Krefelder Stadtzentrum zu kommen.

Welche Folgen hat das für den Besonderen Weihnachtsmarkt? Der Markt, der Anfang Dezember auf dem Platz an der Alten Kirche stattfindet, genießt laut Vorschlag hohes Ansehen, weil sich dort Krefelder ehrenamtlich und für gute Zwecke engagieren.

Da die Anfragen inzwischen den vorhandenen Platz übersteigen, möchte die Stadt mit den Veranstaltern „neue Perspektiven“ entwickeln, „die der Entwicklung des Marktes gerecht werden“.

Wie sind die Pläne zu bewerten? Das Gesamtkonzept klingt nach Kompromiss und nicht allzu großem gemeinsamem Nenner. Deshalb duellieren sich darin Mut und der Versuch des Bewahrens. Es gibt in der Krefelder Politik einige Vertreter, die am traditionellen Weihnachtsmarkt hängen und deshalb einem Vorschlag, der nur auf neue Ideen gesetzt hätte, nicht zugestimmt hätten. Deshalb wird nun ein zweiter, traditioneller Markt ausgeschrieben.

Entscheidend für die Wahrnehmung Krefelds ist der Made-in-Krefeld-Markt. Er kann (hoffentlich) mit dem Markt in der Nachbarstadt Kempen konkurrieren, er kann im Internet ungewöhnliche und schöne Bilder aus Krefeld in die Region tragen und Neugierige anlocken.