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Luna und Rebecca sind echte Mundart-Profis

Luna und Rebecca sind echte Mundart-Profis

Mehrere Wochen haben die Kinder geübt, am Wochenende konnten sie ihr Vorlese-Können auf Platt in der VHS zeigen.

Krefeld. Die Kinder gaben am Samstagmorgen im Muchesaal der Volkshochschule den Ton an. Mit ihren Eltern und Großeltern waren sie zum Mundart-Vorlese-Wettbewerb erschienen. Die achtjährige Luna Balve war die Beste in der Gruppe bis zehn Jahre. Mit klarer Stimme las sie ein Gedicht und im zweiten Durchgang eine Geschichte von Theo Versteegen. In der Gruppe der zehn- bis 14-Jährigen stand Rebecca Zober (13) auf dem Siegertreppchen. Zwei muntere Geschichten las sie vor.

Auch die ganz Kleinen versuchten sich in Krieewelsch Platt.
Auch die ganz Kleinen versuchten sich in Krieewelsch Platt. Foto: moc

Die fünfköpfige Jury hatte es nicht leicht. Sie achtete auf flüssigen Vortrag, Betonung sowie auf Länge und Schwierigkeitsgrad. Die beiden Sieger erhielten Jahreskarten für den Krefelder Zoo und alle Kinder Tageskarten, eine Kuscheldecke nebst Schreibset sowie Mundartbücher. Reichlich Beifall für alle gab es sowieso. Die am Mundart-Wettbewerb teilnehmenden Kinder hatten je zwei Gedichte oder Geschichten vorzutragen. Dafür hatten sie mehrere Wochen mit ihren Großeltern oder Eltern geübt. Eine Besonderheit hatte sich Familie Meys einfallen lassen. Die kleine Olivia trug mit tatkräftiger Hilfe ihrer Verwandtschaft zwei Mundartlieder vor.

Während der Auszählpause gab es Lieder vom Birnbaum und dem Schneewinter, vorgetragen von der Gruppe Notengezwitscher unter Leitung von Ingelore Botzen von der Paulus-Kirchengemeinde. Zum Ende des fröhlichen Morgens kam noch ein Überraschungsgast, die Marionette Matthes von den Krieewelschen Pappköpp. Ihr Sprecher Manfred Coelen hatte zuvor als Juror mitgewirkt. Nun gab es ein munteres Gespräch zwischen Matthes und den Kindern. Der Wettbewerb war vom Arbeitskreis Mundart im Krefelder Verein für Heimatkunde gemeinsam mit der Volkshochschule von langer Hand vorbereitet worden. Nach den Sommerferien wurden alle infrage kommenden Krefelder Schulen angeschrieben. Zehn Kinder hatten sich angemeldet und kindgerecht gestaltete Mappen mit Texten abgeholt.

Drei Angemeldete verließ wohl der Mut, sie waren nicht erschienen. Insgesamt stellen die Initiatoren aber fest, dass das Krieewelsche Platt von den Kindern nur noch selten beherrscht wird.