Wie der KFC Uerdingen neuen Mut schöpft

Nach Sieg im Pokal : Wie der KFC Uerdingen neuen Mut schöpft

Die Spieler sind erleichtert nach dem 2:0-Sieg im Pokal in Essen. Und KFC-Trainer Heinemann hat Fortschritte ausgemacht.

Anlässe, sich über ihre Mannschaft zu freuen, hatten die Fans des KFC Uerdingen in den zurückliegenden Monaten wahrlich wenige. Eine Abordnung der Ultras-Bewegung hatte daher auch am vergangenen Samstag das Team beim Training aufgesucht und noch einmal die immense Bedeutung einer Teilnahme am DFB-Pokal für den Club unterstrichen, wie Trainer Frank Heinemann erzählte.

Diese Wichtigkeit haben die Spieler erkannt. Sie hatten die Partie am Dienstagabend bei Regionalligist Rot-Weiß Essen so bestritten, wie man es von einem favorisierten Drittligisten mit allerlei hochklassigen Spielern erwartet. Von Beginn an gingen die Krefelder keinem Zweikampf aus dem Weg. Im Gegenteil: Allen voran der Dauerläufer Stefan Aigner, aber auch andere Offensive wie Maximilian Beister oder Connor Krempicki liefen die Gastgeber immer wieder an, zwangen die Essener zu Fehlern. Der KFC spielte seine individuelle Überlegenheit aus, arbeitete im Verbund und blieb immer obenauf.

„Wir stehen im Finale, können uns dafür in der Liga nichts kaufen“

Es war ein Zeichen auch an die besorgten Fans, dass mit dieser Mannschaft, die in der 3. Liga Woche für Woche entgeisterte Auftritte präsentiert, doch noch zu rechnen sein kann in der Liga, in der in den nächsten Wochen der Abstiegskampf ansteht. Am Samstag geht es für den KFC zum Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Lotte. Neben der Erleichterung der Spieler, endlich wieder gewonnen zu haben, gab es aber auch den Blick nach vorne auf die nächsten Aufgaben. „Wir stehen jetzt im Pokal-Finale, können uns dafür in der Liga nichts kaufen“, sagte Kapitän Mario Erb: „Wir müssen schnell in die Spur finden. Wenn wir so spielen wie zuletzt, holen wir wohl keinen Punkt mehr.“ Angesichts des ungefährdeten 2:0-Sieges gegen den klassentieferen Pokalgegner sagte er: „Der Auftritt macht mich zuversichtlich. Jetzt müssen wir uns schnell regenerieren und am Samstag wieder alles reinhauen.“

Torschütze Krempicki: „Auch in Lotte müssen wir Vollgas geben“

Reinhauen – das war das Wort des Abends aus Uerdinger Sicht. Sich verausgaben, kämpfen, Siegeswillen zeigen, Widerständen trotzen. So kann man diesen Begriff zusammenfassen, der als Überschrift über dieser Mannschaftsleistung stand. Kevin Großkreutz sagte: „Es ist ein schönes Gefühl, gewonnen zu haben. Wir haben uns reingehauen. So müssen wir es auch am Samstag machen.“ Connor Krempicki, Torschütze zum 2:0 gegen Essen und ein unermüdlicher Läufer und Ballschlepper, meinte: „Auch in Lotte müssen wir Vollgas geben, in die Zweikämpfe gehen, dann wird das schon was.“

Endlich, so konnte man Trainer Frank Heinemann verstehen, habe sein Team, vor das er sich in den zurückliegenden Tagen seit seiner Amtsübernahme vor dem Jena-Spiel immer wieder gestellt hatte, die Vorgaben umgesetzt: „Das ist eine Mannschaft“, sagte der 54-Jährige nach dem Pokalsieg erneut: „Wir haben alles gezeigt, die nötige Aggressivität, haben ordentlich nach vorne gespielt.“ Der KFC schöpft neuen Mut.

Am Samstag allerdings wird die Krefelder leider kein Regionalligist erwarten, sondern der Abstiegskonkurrent Lotte, der gegen den Spitzenreiter aus Osnabrück am Montag in Unterzahl in der Schlussphase mit 0:1 verlor. Für den Sieg in Essen gibt es keine Punkte. Das war die schlechte Nachricht des Abends.

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